Deutschland: Kernkraftwerk Grohnde erhält zweite Rückbaugenehmigung
In Niedersachsen wird seit Januar 2024 das Kernkraftwerk Grohnde zurückgebaut. Nun erhielt die Anlage die zweite Rückbaugenehmigung, damit unter anderem der Reaktordruckbehälter und das biologische Schild abgebaut werden können.

Nach Erhalt der Stilllegungsgenehmigung und der ersten Rückbaugenehmigung im Dezember 2023 laufen die Rückbauarbeiten beim Kernkraftwerk Grohnde seit Januar 2024 planmässig. Bisher wurden laut der Betreiberin PreussenElektra unter anderem Komponenten des primären Kühlkreislaufs demontiert. Ebenfalls konnte das Reststoffbehandlungszentrum den Betrieb aufnehmen. Dort werden alle demontierten Materialien zerlegt, radiologisch gemessen, gereinigt und nach behördlicher Freigabe entsorgt oder dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Seit April 2026 befinden sich zudem keine ausgedienten Brennelemente mehr in der Anlage.
Um die weiteren Rückbauarbeiten durchführen zu können, hat PreussenElektra bereits im Januar 2024 den Antrag für die zweite Rückbaugenehmigung gestellt. Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Christian Meyer, übergab die Genehmigung anlässlich eines Besuchs der Anlage am 15. Mai 2026. «Ab Herbst beginnt einer der technisch anspruchsvollsten Abschnitte des Rückbaus: die Demontage der Einbauten des Reaktordruckbehälters», schrieb PreussenElektra. Dieser Arbeitsschritt soll Mitte 2028 abgeschlossen werden. Überdies erlaubt die neue Genehmigung auch den Abbau des Reaktordruckbehälters selbst sowie des biologischen Schildes. Der gesamte nukleare Rückbau soll bis Mitte der 2030er-Jahre abgeschlossen und «das Gelände baldmöglichst für Zukunftsprojekte» weitergenutzt werden können.
Quelle
B.G. nach PreussenElektra, Medienmitteilung, 15. Mai 2026