EU fördert Projekt über Alterungseffekte von Reaktormaterialien

In einem neuen von der Europäischen Union geförderten Projekt sollen die Auswirkungen längerer Laufzeiten von Kernkraftwerken auf das Reaktormaterial untersucht werden. Im Mittelpunkt steht der Einfluss des Neutronenflusses, also der Intensität der Bestrahlung, auf atomare Veränderungen der Werkstoffe. Ziel des Projekts sei eine neue Richtlinie zur Überwachung von Alterungseffekten, teilte das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) als Projektkoordinator am 9. August 2010 mit.

17. Aug. 2010
Um bestrahlte Materialien zu untersuchen, sind sogenannte heisse Zellen, wie sie am FZD zur Verfügung stehen, nötig.
Um bestrahlte Materialien zu untersuchen, sind sogenannte heisse Zellen, wie sie am FZD zur Verfügung stehen, nötig.
Quelle: FZD

Das Siebte Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (FP7) der EU stellt für das neue Forschungsprojekt «Treatment of long-term irradiation embrittlement effects in RPV safety assessment» (Longlife) rund EUR 2,7 Mio. (CHF 3,6 Mio.) zur Verfügung. Insgesamt beteiligen sich 16 Partner aus neun EU-Ländern am Forschungsprojekt, das von 2010 bis 2013 dauert.

Die Versprödung im Langzeitbetrieb soll anhand einer Vielzahl unterschiedlich bestrahlter Materialproben, die die Projektpartner bereitstellen, untersucht werden. Die mechanischen Eigenschaften bestrahlter Werkstoffe können laut Projektkoordinator nur in «heissen Zellen«, wie sie am FZD vorhanden sind, getestet werden. Besonders interessiert sind die Forscher dabei am Einfluss, den die Intensität der Bestrahlung (der sogenannte Neutronenfluss) in einer bestimmten Zeit auf die Materialien hat. So zeigen Materialien, die über viele Jahre mit einem niedrigen Neutronenfluss bestrahlt wurden, andere Veränderungen auf atomarer Ebene als Werkstoffe, die über einen kürzeren Zeitraum einem hohen Neutronenfluss ausgesetzt waren. Dieser Effekt wird mit den Methoden, die bisher zur Überwachung der Alterung der Materialien eingesetzt werden, nicht erfasst, ist aber wichtig für den Langzeitbetrieb von Kernkraftwerken. Er soll in der geplanten neuen Richtlinie zur Überwachung der Alterungseffekte berücksichtigt werden.

Quelle

M.A. nach FZD, Medienmitteilung,9. August 2010, und Cordis

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