Europäische Investitionsbank bewilligt Darlehen für Modernisierung der rumänischen Kernkraftwerkseinheit Cernavodă-1

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat ein Darlehen von EUR 800 Mio. für die Modernisierung und Verlängerung der Laufzeit von Block 1 des rumänischen Kernkraftwerks Cernavodă genehmigt. Lange Zeit zeigte sich die EIB bei direkten Investitionen in Kernkraftwerksprojekte sehr zurückhaltend.

4. Aug. 2026
Blick ins rumänische Kernkraftwerk Cernavodă.
Blick ins rumänische Kernkraftwerk Cernavodă.
Quelle: Nuclearelectrica

Die EIB-Gruppe (Finanzierungseinrichtung der Europäischen Union) gab am 16. Juli 2026 bekannt, dass die Verwaltungsräte der EIB und des Europäischen Investitionsfonds (EIF) ein Finanzierungspaket über EUR 17,4 Mrd. gutgeheissen haben. EUR 3,7 Mrd. sind für Energieprojekte vorgesehen, die Europas Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern und die Energiewende beschleunigen sollen. Neben dem Darlehen von EUR 800 Mio. für die Modernisierung der Kernkraftwerkseinheit Cernavodă-1 in Rumänien umfasst das Paket neue Stromnetze in Belgien und Spanien, Windparks in Deutschland und Solarstromanlagen in Frankreich.

Am Standort Cernavodă sind zwei Candu-Blöcke in Betrieb, die zusammen rund 20% des rumänischen Stroms erzeugen. Block 1 deckt mit seiner Leistung von 650 MWe etwa 10% des Strombedarfs. Der Kredit dient dem Austausch lebensdauerbegrenzender Komponenten und der Modernisierung der Systeme, damit der Block für einen weiteren Betriebszyklus von 30 Jahren zuverlässig und sicher Strom erzeugen kann. Rumänien meldete der Europäischen Kommission für das auf rund EUR 3,2 Mrd. geschätzte Projekt bereits im Januar 2026 vier staatliche Unterstützungsmassnahmen: einen Zuschuss von EUR 600 Mio., Staatsgarantien für Investitionskredite, einen zweiseitigen Differenzvertrag über 30 Jahre und einen Schutzmechanismus bei regulatorischen Änderungen während Bau und Betrieb. Die Kommission hat dazu eine vertiefte beihilferechtliche Prüfung eröffnet.

Die EIB war lange Zeit der Kernenergie gegenüber sehr zurückhaltend. Nur vereinzelt wurden nukleare Vorhaben unterstützt, darunter 2023 eine Anlage zur Entfernung von Tritium in Cernavodă sowie 2025 die Erweiterung einer Urananreicherungsanlage von Orano in Frankreich und Modernisierungen im finnischen Kernkraftwerk Olkiluoto. Das neue Darlehen ist deutlich umfangreicher, da es eine umfassende Laufzeitverlängerung mitfinanziert. Noch im März 2026 forderte Rumänien auf EU-Ebene technologieneutrale Finanzierungsbedingungen und eine stärkere Nutzung langfristiger Darlehen, Garantien und Risikoteilungsinstrumente der EIB und anderer Banken für Kernenergieprojekte.

Quelle

B.G. nach EIB, Medienmitteilung, 16. Juli 2026

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