Finnland: Betriebsbewilligung für neues Endlager für sehr schwachaktive Abfälle
Die finnische Nuklearaufsichtsbehörde Stuk hat dem finnischen Kernkraftwerksbetreiber Teollisuuden Voima Oyj (TVO) eine bis 2095 gültige Betriebsbewilligung für ein neues Endlager für sehr schwachaktive Abfälle am Standort Olkiluoto erteilt. Dieses Endlager ist das erste seiner Art in Finnland.

Die sehr schwach radioaktiven Abfälle Schwedens werden gegenwärtig im sogenannten VLJ-Endlager in Olkiluoto entsorgt, das für schwach- und mittelaktive Abfälle konzipiert ist. Es wurde 1992 in Betrieb genommen und besteht aus zwei Felssilos, einer Verbindungshalle sowie weiteren Hilfseinrichtungen, die in einer Tiefe von 60 bis 100 Metern im Felsgestein errichtet wurden. Auch beim Kernkraftwerksstandort Loviisa gibt es ein VLJ-Endlager.
Nach Angaben von TVO soll das geplante oberflächennahe Endlager für sehr schwachaktive Abfälle den Bedarf an Erweiterungen des VLJ-Endlagers in Olkiluoto verringern. Mit dem Bau und dem Betrieb des neuen Lagers werde jedoch erst begonnen, wenn das Unternehmen einen formellen Bauentscheid getroffen habe. Zudem muss die Nuklearaufsichtsbehörde Stuk durch gezielte Inspektionen bestätigen, dass alle Anforderungen eingehalten werden. Ein Betriebsbeginn ist laut TVO frühestens für das Jahr 2028 vorgesehen. Die von der Stuk erteilte Betriebsgenehmigung basiert auf dem Kernenergiegesetz und gilt bis Ende 2095.
Das geplante Lager soll ein Gesamtvolumen von 45’200 Kubikmetern aufweisen. Davon entfallen bis zu 10’000 Kubikmeter auf radioaktive Abfälle wie Schutzfolien und Schutzbekleidung. Laut TVO werden die sehr schwach radioaktiven Abfälle nach Abfallart sortiert und verpackt und anschliessend mit einer Erdschicht abgedeckt. Es handelt sich um das erste Endlager dieser Art in Finnland, während diese Entsorgungsmethode in anderen Ländern, darunter Schweden oder Frankreich (La Manche und Centre de l’Aube), seit längerer Zeit angewendet wird.
Quelle
M.A. nach TVO, Medienmitteilung, 13. Januar 2026