Finnland: Bohrarbeiten für erste echte Einlagerungslöcher in Onkalo gestartet

Im finnischen Tiefenlager Onkalo hat Posiva mit dem Bohren der ersten Löcher begonnen, die tatsächlich für die Einlagerung abgebrannter Brennelemente vorgesehen sind. Die Arbeiten finden in mehr als 400 m Tiefe im Grundgestein von Olkiluoto statt.

3. Sep. 2026
Bohrloch Tiefenlager Onkalo
In den Stollen des finnischen Tiefenlagers Onkalo werden erste Einlagerungslöcher gebohrt.
Quelle: Posiva Oy

Am 26. August 2026 setzte sich der Bohrkopf der sogenannten Deposition Hole Boring Machine (DHBM) in Bewegung. Damit begann Posiva erstmals mit der Herstellung eines Einlagerungslochs, das später einen Behälter mit abgebrannten Brennelementen aufnehmen könnte. Zuvor waren bereits mehrere Testlöcher gebohrt worden.

Präzise Schwerarbeit

Die Einlagerungslöcher werden senkrecht in den Boden der Lagerstollen gebohrt. Sie sind 8,4 m tief und haben einen Durchmesser von 1,75 m. Dabei gelten hohe Anforderungen an die Präzision: Der Mittelpunkt darf höchstens 25 mm von der vertikalen Mittellinie abweichen. Die ersten Löcher werden nach ihrer Fertigstellung eingehend vermessen.

Für die Arbeiten kommt eine 78 t schwere Spezialmaschine des deutschen Herstellers Herrenknecht zum Einsatz. Das Bohren eines Lochs dauert rund zehn Stunden. Im regulären Betrieb sollen pro Arbeitswoche etwa zwei Einlagerungslöcher entstehen.

Der erste Endlagerstollen ist rund 330 m lang und soll etwa 30 Einlagerungslöcher umfassen. Bevor Posiva zum serienmässigen Bohrbetrieb übergeht, werden Geometrie und Qualität der ersten Löcher überprüft. Erst danach steht fest, ob das erste Bohrloch tatsächlich für die Einlagerung zugelassen wird.

Quelle

M.R. nach Posiva, 27.8.2026

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