Frauenfeld verzichtet auf Atomstrom
Die Stadt Frauenfeld verzichtet für mindestens drei Jahre auf den Bezug von Atomstrom. Ab 2012 liefern die Werkbetriebe Frauenfeld ausschliesslich Strom aus Wasserkraft an ihre Kunden. Die Preise werden vorerst nicht erhöht.
Wie Stadtammann Carlo Parolari an einer Medienorientierung sagte, läuft der mit dem Stromlieferanten EKT Energie AG abgeschlossene Liefervertrag bis Ende 2014. Der Strom sei bereits eingekauft und verrechnet. Der Mehrpreis gegenüber dem heutigen Standardstrommix mit 81,3% Atomstrom und 18,7 % Wasserstrom beträgt rund CHF 200'000 jährlich, was rund 2% des Einkaufspreises entspricht. Für den durchschnittlichen Haushalt ergeben sich damit laut Parolari Mehrkosten von CHF 8,75 im Jahr. Angesichts des geringen Umfangs hat der Stadtrat beschlossen, diese Mehrkosten für den Strom aus zertifizierter Wasserkraft während der Vertragsdauer nicht auf die Kunden abzuwälzen.
Stadtrat geht weiter als Motion
Mit dem Entscheid geht der Stadtrat über die von Gemeinderat Jürg Joss (Grüne) eingereichte Motion «Ökologischer Strommix (Tarifanpassung für Abgabe von Strom)» hinaus. Dieser hatte vom Stadtrat gefordert, den Tarif für die Stromabgabe so zu ändern, dass auf Beginn der Verrechnungsperiode 2012 der Standardmix weder Atomstrom noch Strom aus fossilen Quellen enthält. Bei den Abklärungen für die Beantwortung der Motion sei den Werkbetrieben von der EKT Energie AG ein «äusserst günstiges Angebot» unterbreitet worden, welchem sie nun den Zuschlag gegeben haben.
Quelle
D.S. nach Werkbetriebe Frauenfeld, Medienmitteilung, 13. September 2011