GB: Herausforderungen der Nuklearindustrie und -forschung

Das britische Office for Nuclear Regulation (ONR) hat einen Bericht zu den zentralen Herausforderungen der britischen Nuklearindustrie veröffentlicht. Das ONR streicht darin die Bedeutung der weiteren Forschung auf zahlreichen Gebieten hervor, unter anderem im Bereich Materialverhalten bei nuklearchemischen Prozessen.

25. Sep. 2013

Der Bericht «Nuclear Research Needs 2013» des ONR leuchtet die Herausforderungen der britischen Behörden bei der Sicherstellung eines sicheren und verlässlichen Betriebs der britischen Kernkraftwerke sowie der weiteren nukleartechnischen Anlagen aus. Das ONR hat insbesondere beim Ersatz der alternden Leitsysteme in Grossbritannien gewisse Bedenken, dies insbesondere, weil der Lebenszyklus dieser Systeme wesentlich kürzer ist als derjenige anderer in Kernkraftwerken eingesetzter Komponenten. Das ONR zeigt im Bericht weiter auf, was aus seiner Sicht an Forschung notwendig wäre in Bereichen, die als Grundpfeiler eines sicheren Kernanlagenbetriebs gelten. Gleichzeitig weist das ONR darauf hin, dass die Bewilligungsträger der Kernanlagen letztendlich für die Sicherheit verantwortlich sind und entscheiden müssen, welche Forschung notwendig ist. «Korrosion, Abnutzung, Ermüdung und Rissbildung bleiben für die Nuklearindustrie ein Thema, weil die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Nuklearindustrie dermassen schwierig sind. Zudem sind wirtschaftlich signifikante Entscheidungen häufig gegen Ende der Lebensdauer einer Kernanlage nötig», führen die Autoren im Bericht aus.

In den modernen Reaktorauslegungen werden signifikant tiefere Korrosionsraten erwartet. Dennoch besteht gemäss Bericht Entwicklungsbedarf bei der Wasserchemie – so etwa bei der Nutzung von Wasserstoff, Zink, Aminen und anderen Hilfsmitteln zur Eindämmung von Korrosion und Strahlungsfeldes –, bei der verbesserten Modellierung von Korrosionseffekten und bei ferngesteuerten Überwachungstechniken. «Die Steuerung der Chemie ist zentral für die Aufrechterhaltung der Integrität von Grenzen für Druck oder Radioaktivität und vermindert das Entstehen radioaktiver Abfälle. Ein anderer wichtiger Antriebsfaktor für die Forschung ist die Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit», erläutern die Autoren weiter.

Quelle

D.S. nach ONR, Bericht «Nuclear Research Needs 2013», September 2013

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