Grossbritannien: Nationallabor richtet Forschung auf Ausbau der Kernenergie aus
Das britische Kernforschungslabor National Nuclear Laboratory (NNL) hat seine Strategie für die Jahre 2026 bis 2031 vorgestellt. Sie trägt der wachsenden Bedeutung der Kernenergie für die Versorgungssicherheit, den Klimaschutz und das Wirtschaftswachstum Rechnung. Geplant sind Investitionen in Forschung, Fachwissen und Infrastruktur.

Seit der letzten Strategie von 2021 hat sich das energiepolitische Umfeld in Grossbritannien deutlich verändert. Geopolitische Entwicklungen haben die Bedeutung der Energieversorgungssicherheit verstärkt, während die Dekarbonisierung des Energiesystems weiterhin wichtig bleibt. Die britische Regierung setzt deshalb wieder verstärkt auf Kernenergie und plant neben neuen grossen Kernkraftwerken auch den Einsatz kleiner, modularer Reaktoren (SMRs). Das staatliche britische NNL richtet seine Forschung auf diese Entwicklung aus.
Die neue Fünfjahresstrategie umfasst fünf Forschungsschwerpunkte: die Entwicklung künftiger Kernenergiesysteme, die Sicherung der nuklearen Brennstoffversorgung, die wissenschaftliche Unterstützung des sicheren und zuverlässigen Betriebs bestehender Kernkraftwerke, den Umgang mit Plutonium sowie die Bewältigung nuklearer Altlasten. Letzterer Bereich umfasst auch die Gewinnung seltener Radioisotope für Medizin und Raumfahrt.
Mehr als GBP 40 Mio. für eigene Forschung
Das NNL will in den kommenden fünf Jahren mehr als GBP 40 Mio. (umgerechnet rund CHF 44 Mio.) in eigene Forschungsprogramme investieren. Zudem sind weitere Investitionen in die vier Forschungszentren in Windscale, Sellafield, Preston und Workington vorgesehen. Auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie soll gestärkt werden.
«Grossbritannien steht an der Schwelle zu einer neuen Ära der Kernenergie», erklärte die NNL-Geschäftsführerin Julianne Antrobus. Um die energiepolitischen Ziele zu erreichen, brauche es neben politischen Entscheidungen und industriellen Investitionen auch wissenschaftliche Grundlagen, Fachwissen und ein leistungsfähiges nationales Forschungslabor.
Quelle
B.G. nach NucNet, 20. Oktober 2026, und NNL, Medienmitteilung, 12. Oktober 2026
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