IEA: Kernenergie 2025 mit neuem Produktionsrekord
Die weltweite Stromerzeugung aus Kernenergie hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) lag die Produktion 1,2% über dem Vorjahr. Getragen wurde das Wachstum von Reaktorwiederinbetriebnahmen, einer höheren Produktion sowie neuen Kapazitäten. Für die kommenden Jahre rechnet die IEA mit einem anhaltend stetigen Anstieg der Kernenergieproduktion bis mindestens 2030.

Die Kernenergieproduktion ist 2025 weltweit auf ein neues Rekordniveau gestiegen. In ihrer Analyse «Electricity 2026» mit Prognose bis 2030 hält die IEA fest, dass die Stromerzeugung aus Kernenergie im Vergleich zum Vorjahr um 1,2% zugenommen hat. Ausschlaggebend waren unter anderem die Wiederinbetriebnahme von Reaktoren in Japan, eine höhere Stromproduktion in Frankreich sowie neue Kraftwerkskapazitäten in China, Indien und weiteren Staaten.
Bis 2030 erwartet die IEA ein kontinuierliches Wachstum der Kernenergieerzeugung. Der Grossteil des Zubaus entfällt auf Schwellenländer, wobei China allein rund 40% des weltweiten Anstiegs ausmachen dürfte. Gleichzeitig gewinnt die Kernenergie auch in vielen Industrieländern wieder an strategischer Bedeutung. Politische Rahmenbedingungen zur Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen und zum Bau neuer Kapazitäten stützen diese Entwicklung.
Im Zeitraum 2026–2030 wird die globale Stromerzeugung mehrere neue Meilensteine erreichen. Besonders emissionsarme Technologien bauen ihre Produktion weiter aus und erzielen neue Höchstwerte. Gemeinsam sollen sie bis 2030 rund die Hälfte der weltweiten Stromerzeugung abdecken.
Erneuerbare Energien überholen zunehmend die Kohleverstromung, während die Kernenergie historische Höchststände erreicht. Aufgrund des starken Wachstums emissionsarmer Quellen dürfte die globale Stromproduktion aus Kohle leicht zurückgehen. Der zusätzliche Strombedarf bis 2030 wird gemäss IEA vor allem durch erneuerbare Energien, Erdgas und Kernenergie gedeckt.
Für die Kernenergie prognostiziert die IEA bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 2,8% – mehr als doppelt so viel wie in den Jahren 2021–2025 (1,3%). Treiber sind neue Reaktoren in China, Indien, Südkorea und weiteren Ländern, Wiederinbetriebnahmen in Japan sowie eine stabile, hohe Produktion in Frankreich dank planmässiger Wartungsfortschritte.
In den USA und in der Europäischen Union wird die Kernenergieproduktion im Prognosezeitraum insgesamt relativ stabil erwartet. In China hingegen rechnet die IEA mit einem deutlichen Anstieg: Bis 2030 sollen dort knapp 30 Gigawatt neue Kernenergiekapazität ans Netz gehen. Die chinesische Kernstromproduktion dürfte bis 2030 im Durchschnitt um nahezu 6% pro Jahr wachsen. Dadurch steigt Chinas Anteil an der weltweiten Kernenergieerzeugung von 17% im Jahr 2025 auf rund 20% im Jahr 2030. Der Anteil der USA sinkt im gleichen Zeitraum von 29% auf 25%, jener der Europäischen Union von 23% auf 20%.
Quelle
S.D. nach NucNet, 10. Februar 2026