Indien: Beginn der Standortuntersuchungen für zwei neue Kernkraftwerkseinheiten am Standort Kakrapar
Die staatliche Kernkraftwerksbetreiberin NPCIL hat am bestehenden Kernkraftwerksstandort Kakrapar im indischen Bundesstaat Gujarat mit geotechnischen Untersuchungen begonnen. Diese sind Teil der Vorarbeiten für den geplanten Bau von zwei Druckschwerwasserreaktoren des Typs IPHWR-700.

Am Kernkraftwerksstandort Kakrapar plant die Nuclear Power Corporation of India Limited (NPCIL) den Bau der Kernkraftwerkseinheiten Kakrapar-5 und -6. Vorgesehen sind zwei einheimische Druckschwerwasserreaktoren des Typs IPHWR-700 mit einer Leistung von je 700 MWe. Die nun begonnenen Standortuntersuchungen sind Teil der Vorarbeiten für das Bauprojekt und laut NPCIL ein wichtiger Meilenstein. Zu den Arbeiten gehören Bohrungen, geophysikalische Untersuchungen und Laboranalysen, um die Boden- und Gesteinsverhältnisse am Standort zu beurteilen. Die Ergebnisse sollen die erforderlichen technischen Grundlagen für die Bauwerks- und Tragwerksplanung liefern, insbesondere für die Auslegung der Fundamente und anderer wichtiger Bauwerksstrukturen.
Am Standort Kakrapar sind derzeit vier Druckschwerwasserreaktoren in Betrieb, darunter zwei Blöcke mit einer Leistung von jeweils 220 MWe und zwei weitere mit jeweils 700 MWe. Mit dem Bau von Kakrapar-5 und -6 würde die installierte Kernkraftwerksleistung am Standort laut NPCIL von derzeit 1840 MW auf 3240 MW steigen. NPCIL betreibt in Indien 24 Kernreaktoren mit einer installierten Gesamtleistung von 8780 MW. Weitere 23 Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 17’300 MW befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Projektumsetzung. Bis zum Geschäftsjahr 2031/2032 soll die installierte Kernkraftwerksleistung Indiens durch die schrittweise Inbetriebnahme weiterer Reaktoren auf rund 22 GW steigen. Die indische Regierung hat einen Fahrplan vorgelegt, der vorsieht, die installierte Kernkraftwerksleistung bis 2047 auf 100 GW zu erhöhen.
Quelle
B.G. nach NucNet, 20. Oktober 2026