Indien entwickelt AHWR

Indien hat einen fortgeschrittenen Schwerwasserreaktor entwickelt (AHWR, Advanced Heay Water Reactor), der speziell für den Thorium-Brennstoffkreislauf ausgelegt wurde.

29. Apr. 1999

Thorium ist weltweit häufiger vorhanden als Uran. Das Land verfügt über grosse hochgehaltige Thoriumvorkommen, aber über relative minderwertige Uranvorkommen. Indien gehört zu den wenigen Staaten, die systematisch alternative nukleare Brennstoffzyklen untersuchen. Diese umfassen auch auf Natururan und Thorium basierende Kreisläufe. Für den Natururanzyklus haben die Inder bereits einen Druck-Schwerwasserreaktor (PHWR, pressurised heavy water reactor) entwickelt, der auch für thorium-basierte Brennstoffzyklen verwendet wurde, sich aber dafür nicht als ideal erwiesen hat. Der neu entwickelte AHWR trägt nun einer Besonderheit des Thorium-Kreislaufes Rechnung, dem verhältnismässig kleinen möglichen Abbrand (20'000 MW-Tage/t). Beim AHWR handelt es sich um einen naturumlaufgekühlten Reaktor mit Brennstoffkanälen. Der Naturumlauf gewährleistet die nukleare Wärmeabfuhr vom Stillstand bis zur vollen Reaktorleistung; auf Reaktorkühlkmittelpumpen wurde vollständig verzichtet. Damit ist eine Auslegung mit bemerkenswerten Sicherheitseigenschaften und auch wirtschaftlich günstigen Eigenschaften entstanden. Die indischen Forscher sind überzeugt, mit dem geplanten Bau und erfolgreichen Betrieb eines AHWR internationale Anerkennung gewinnen zu können.

Quelle

H.K. nach BARC Newsletter, April 1999

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