Japan: Laufzeitverlängerung für Sendai-1 und -2 beantragt

Der Energieversorger Kyushu Electric Power hat bei der japanischen Aufsichtsbehörde NRA beantragt, die Laufzeit der Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Sendai im Südwesten Japans um 20 Jahre auf 60 Jahre zu verlängern.

21. Okt. 2022
Sendai-1 und -2
Die Kernkraftwerkseinheit Sendai-1 könnte bis 2044 und Sendai-2 bis 2045 betrieben werden, falls der Antrag von Kyushu Electric Power für eine Laufzeitverlängerung von 40 auf 60 Jahre bewilligt wird.
Quelle: Kyushu Electric Power

Nach den erforderlichen Inspektionen bestätigte Kyushu Electric den einwandfreien Zustand der Reaktoren und Sicherheitsbehälter. Auf der Grundlage der Ergebnisse könne deren Integrität auch bei einer angenommenen Betriebdauer von 60 Jahren gewährleistet werden.

Das Unternehmen erklärte: «Um eine Genehmigung für die Verlängerung der Betriebsdauer von Kernkraftwerken über 40 Jahre hinaus zu beantragen, ist gemäss Gesetz […] eine Sonderprüfung erforderlich. Für die Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Sendai begannen diese Inspektionen am 12. Oktober 2021 bzw. am 21. Februar 2022.»

Sollte der Antrag auf Betriebsverlängerung genehmigt werden, so könnte Sendai-1 bis 2044 und Sendai-2 bis 2045 betrieben werden.

Japanische Regierung unterstützt Wiederanfahren von Reaktoren
Der japanische Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Yasutoshi Nishimura, hatte im September 2022 erklärt, Japan habe zehn Kernkraftwerkseinheiten für die Wiederinbetriebnahme vorgesehen. Sieben weitere sollten im nächsten Jahr wieder ans Netz gehen, um die steigenden Energiepreise zu bewältigen. In japanischen Medien wurde Nishimura mit den Worten zitiert, die Kernenergie sei der Schlüssel für die Energieversorgungssicherheit Japans, da das Land Kohlenstoffneutralität anstrebe.

Premierminister Fumio Kishida sagte, er habe ein Regierungsgremium beauftragt zu prüfen, wie Kernkraftwerke der nächsten Generation, die mit neuen Sicherheitsmechanismen ausgestattet seien, dazu beitragen könnten, dass Japan sein Ziel der Kohlenstoffneutralität bis 2050 erreiche. Sein Rat für die «grüne Transformation» soll bis Ende des Jahres einen Bericht vorlegen, sagte er. Kishida teilte Reportern mit, er habe die Beamten angewiesen, bis zum Jahresende konkrete Massnahmen vorzulegen, um u.a. das Verständnis der Öffentlichkeit für nachhaltige Energie und Kernkraft zu wecken.

Seit dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi wurden in Japan zehn kommerzielle Kernkraftwerkseinheiten wieder in Betrieb genommen. Für weitere 17 Blöcke wurde ein Antrag auf Wiederinbetriebnahme gestellt.

Nach Angaben des in Tokio ansässigen Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) sind folgende Einheiten wieder in Betrieb: Genkai-3, Genkai-4, Ikata-3, Mihama-3, Ohi-3, Ohi-4, Sendai-1, Sendai-2, Takahama-3 und Takahama-4. Jaif erklärte jedoch gegenüber der internationalen Kernenergie-Nachrichtenagentur NucNet, dass fünf dieser Anlagen – Genkai-3, Genkai-4, Mihama-3, Ohi-3, Takahama-4 – nicht am Netzh seien, da sie zur Zeit inspiziert und sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht würden.

Quelle

M.A. nach Kyushu Electric Power, Medienmitteilung, 12. Oktober 2022 und NucNet, 14. Oktober 2022

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