Japan: Wiederinbetriebnahme von Kashiwazaki-Kariwa-6 für Testbetrieb erfolgt
Die Tokyo Electric Power Company hat im Westen Japans den Block 6 des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa für den Testbetrieb kritisch gefahren. Der Block war im Nachgang zum Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi aufgrund verschärfter Sicherheitsanforderungen während rund 14 Jahren im Betriebsstillstand und wurde in dieser Zeit geprüft und umfassend nachgerüstet.

Die Betreiberin Tokyo Electric Power Company (Tepco) hat den Block 6 des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa in der Präfektur Niigata im Westen Japans am Montag, 9. Februar 2026, wieder für den Testbetrieb kritisch gefahren. Die Leistung des Blocks soll schrittweise erhöht werden, mit dem Ziel, am 18. März den regulären kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Dies, nach einer abschliessenden Inspektion, für die der Reaktor nochmals vorübergehend heruntergefahren werden muss, und nach Freigabe durch die japanische Nuclear Regulatory Authority (NRA).
Nach einem Betriebsstillstand von rund 14 Jahren wurde der Testbetrieb bereits kurzzeitig im Januar 2026 aufgenommen, musste dann aber wegen eines elektrischen Problems in der Schalttafel für die Steuerstäbe unterbrochen werden. «Am 21. Januar um 19.02 Uhr wurde mit dem Zurückziehen der Steuerstäbe begonnen und der Reaktor gestartet. Am 22. Januar um 0.28 Uhr wurde dann während des weiteren Rückzugs der Steuerstäbe bei einem Steuerstab im Überwachungssystem für den Steuerstabantrieb ein Alarm ausgelöst, woraufhin der Rückzugvorgang unterbrochen wurde», schrieb Tepco.
Kashiwazaki-Kariwa ist das grösste Kernkraftwerk der Welt mit einer installierten elektrischen Bruttoleistung von insgesamt 8212 MW. Am Standort gibt es insgesamt sieben Siedewassereinheiten. Die beiden modernsten Blöcke 6 und 7 sind vom Typ Advanced Boiling Water Reactor (ABWR) mit einer elektrischen Bruttoleistung von je 1356 MW. Sie wurden im Januar 1996 beziehungsweise im Dezember 1996 in Betrieb genommen. Im Nachgang zum schweren Niigata-Chūetsu-Erdbeben vom Juli 2007 waren die Einheiten 21 Monate lang abgeschaltet. Sie blieben damals wie auch beim Tōhoku-Erdbeben und Tsunami vom März 2011 unversehrt. Tepco möchte neben Block 6, der seit März 2012 im Betriebsstillstand ist, auch Block 7, der seit August 2011 stillsteht, wieder in Betrieb nehmen. Beide Reaktoren wurden im Zuge der nach Fukushima verschärften Sicherheitsrichtlinien umfassend sicherheitstechnisch nachgerüstet und technisch modernisiert.
Nach Fukushima wurden in Japan inzwischen 14 Kernkraftwerkseinheiten unter strengen Vorschriften wieder in Betrieb genommen: Kashiwazaki Kariwa-6 (Tepco), Onagawa-2 (Tohoku Electric Power), Shimane-2 (Chugoku Electric Power), Mihama-3, Takahama-1, -2, -3, -4 und Ohi-3, -4 (Kansai Electric Power), Ikata-3 (Shikoku Electric Power), Genkai-3, -4 und Sendai-1, -2 (Kyushu Electric Power).