KKW Gösgen: ENSI entkräftet Sicherheitsvorwürfe – Freigabe zum Wiederanfahren erteilt
Der längere Stillstand des KKW Gösgen hat Fragen zur Sicherheit der Anlage ausgelöst. Nun hat das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt. Im Interview ordnet ENSI-Geschäftsleitungsmitglied Ralph Schulz (ENSI) die Hintergründe ein und stellt klar, was die neuen Erkenntnisse bedeuten.

Nach rund zehn Monaten Stillstand darf das KKW Gösgen wieder Strom produzieren: Das ENSI hat die eingereichten Nachweise geprüft und die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt.
Auslöser für den Stillstand war eine mögliche Schwachstelle im Speisewassersystem. Dabei ging es um ein sehr seltenes, aber sicherheitstechnisch relevantes Szenario: den Bruch einer Speisewasserleitung. Neue Berechnungsmethoden zeigten, dass dieses Szenario nochmals vertieft, überprüft werden musste. Das Werk reagierte mit technischen Anpassungen, unter anderem mit neuen, gedämpften Rückschlagventilen. Damit konnte der Nachweis erbracht werden, dass auch dieses Szenario sicher beherrscht wird.
In der öffentlichen Diskussion wurde teilweise behauptet, das Werk habe schon länger ein Sicherheitsproblem. Dem widerspricht Ralph Schulz, Mitglied der ENSI-Geschäftsleitung und verantwortlich für den Bereich Sicherheitsanalysen in einem Interview: «Nein, ganz und gar nicht. Das KKW Gösgen hat in all diesen Jahren die bewilligten Betriebsbedingungen eingehalten und wurde laufend modernisiert.» Die neuen Erkenntnisse beim KKW Gösgen hätten gezeigt, dass die kontinuierliche Überprüfung nach dem gegenwärtigen Stand von Wissenschaft und Technik Anwendung findet und funktioniert.
Quelle
S.D. nach ENSI, Medienmitteilung, 23. März 2026