Lettland prüft erstmals Einsatz von Kernenergie
Lettland lässt die Entwicklungsmöglichkeiten der Kernenergie prüfen. Eine Studie im Auftrag des Ministeriums für Klima und Energie (KEM) soll klären, ob kleine, modulare Reaktoren (SMRs) langfristig zur Energieversorgung des Landes beitragen könnten.

Lettland erwägt erstmals den möglichen Einstieg in die Nutzung der Kernenergie. Nach Angaben des Beschaffungsüberwachungsbüros bereitet das Ministerium für Klima und Energie (KEM) eine Ausschreibung zur Bewertung der Entwicklungsmöglichkeiten der Kernenergie in Lettland vor. Vorgesehen ist eine Studie mit einem Volumen von rund EUR 1,42 Mio. (CHF 1,35 Mio.).
Ziel der Studie ist es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Energiepolitik zu schaffen. Im Fokus stehen insbesondere kleine, modulare Reaktoren (SMRs). Die Analyse soll technische, rechtliche, ökologische, gesellschaftliche sowie finanzielle und wirtschaftliche Aspekte eines möglichen SMR-Einsatzes abdecken.
Nach Angaben des KEM ist eine mögliche Nutzung der Kernenergie als Ergänzung zur bestehenden erneuerbaren Energieinfrastruktur gedacht. Die Studie soll klären, ob die Kernenergie eine langfristig tragfähige Option darstellt. Ein möglicher Einsatzzeitraum wird um das Jahr 2035 gesehen.
Derzeit betreibt Lettland keine Kernkraftwerke. Radioaktive Materialien werden im Land vor allem in Medizin, Industrie sowie Forschung genutzt. Der ehemalige Forschungsreaktor Salaspils ist seit 1998 stillgelegt und befindet sich in einer frühen Phase des Rückbaus. Zudem betreibt Lettland eine Entsorgungsanlage für schwach- und mittelradioaktive Abfälle rund 30 Kilometer von Riga entfernt.
Quelle
S.D. nach NucNet, 2. Februar 2026