Neue Synchrotron Lichtquelle Schweiz eingeweiht
Am 21. August 2025 hat das Paul Scherrer Institut (PSI) die umfassend modernisierte Synchrotron Lichtquelle Schweiz (SLS) eingeweiht. Dank ihres Upgrades schliesst sich die SLS den weltweit nur vier bisherigen Lichtquellen an, die die Synchrotron-Technologie der nächsten Generation nutzen.

Die SLS ist die nationale Synchrotronlichtquelle der Schweiz. Sie erzeugt extrem helles Röntgenlicht, das Forschenden aus der Schweiz und der ganzen Welt ermöglicht, Strukturen von Proteinen, Zellen, Gewebe und Materialien bis auf atomare Ebene zu untersuchen. Mit der Modernisierung profitieren Experimente von bis zu 1000-mal intensiverem Licht bei gleichzeitig 33% geringerem Stromverbrauch.
Zentraler Bestandteil der Aufrüstung ist der neue Speicherring mit 288 Metern Umfang, in dem Elektronen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit umlaufen. Rund 500 Kupfervakuumkammern, 1000 Magnetsysteme und 500 Kilometer Kabel wurden dafür neu installiert. Die Modernisierung erfolgte innerhalb eines Jahres, während die Anlage stillgelegt war.
Die neue SLS eröffnet zahlreiche Anwendungen in Wissenschaft und Industrie, unter anderem in der Medizin, Klimaforschung, Energieforschung, Halbleitertechnologie und den Materialwissenschaften. Frühere Experimente an der SLS, die 2001 in Betrieb ging, führten zu über 22’500 Forschungsprojekten und trugen zu mehr als 10’000 entschlüsselten Proteinstrukturen bei.
PSI-Direktor Christian Rüegg bezeichnete die SLS als nationale Infrastruktur für Wissenschaft und Industrie und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Schweizer Industrie bei der Fertigung der Schlüsselkomponenten. Bundesrat Guy Parmelin hob hervor, dass die neue SLS den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz weiter stärke.
Quelle
M.A. nach PSI, Medienmitteilung, 21. August 2025