Niederlande: Delta verschiebt Entscheid zu Neubau

Das niederländische Versorgungsunternehmen Delta NV sieht keine Möglichkeit, in den nächsten Jahren eine zweite Kernkraftwerkseinheit am bestehenden Standort Borssele in der Provinz Zeeland im Südwesten der Niederlande zu bauen.

26. Jan. 2012

Die Finanzkrise gepaart mit den erheblichen Investitionen, die der Bau einer zweiten Kernkraftwerkseinheit verlangt, wie auch die aktuellen Investitionsbedingungen sowie Überkapazitäten auf dem Strommarkt aufgrund der Rezession und niedrige Energiepreise haben die Delta und ihre Partner zum Schluss geführt, dass ein Neubau gegenwärtig keine praktikable Option sei. Auch Unsicherheiten im EU-Emissionshandel hätten den Entscheid beeinflusst. Die Delta teilte nun ihren Aktionären mit, die Neubaupläne seien für die nächsten zwei bis drei Jahren auf Eis gelegt. Sobald die äusseren Bedingungen sich verbesserten, werde das Unternehmen das Projekt lancieren, so die Delta weiter.

Die Delta bekräftigte gleichzeitig, sie sei weiterhin entschlossen, in neue Erzeugungskapazitäten zu investieren. Das Unternehmen sehe in der Kernenergie einen wichtigen Bestandteil bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit, weil sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland reduziere, auf lange Sicht sehr kostengünstig sei und eine massive Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Stromerzeugungsmethoden erlaube.

Mitte 2009 hatte die Delta mit dem Einreichen einer sogenannten Startnotiz das Bewilligungsverfahren für den Bau eines neuen Kernkraftwerks eingeleitet. Ursprünglich hätte die geplante 1000–1600-MW-Einheit 2018 den Betrieb aufnehmen sollen. Mit der Verschiebung des Neubauentscheids würde die neue Einheit nicht vor 2020 Strom erzeugen. Die Delta habe nun Zeit, ihre Strategie zu überdenken und Erzeugungsoptionen zu prüfen, deren Umsetzung in kürzerer Zeit erfolgen könne als der Bau eines neuen Kernkraftwerks. Das Leitprinzip sei immer noch, bis 2050 CO2-neutral zu werden.

Quelle

M.A. nach Delta, Medienmitteilung, 23. Januar 2012

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