Schottland: Standorte mit hohem Potenzial für neue Kernreaktoren vorhanden

GBE-N hat eine Studie zu potenziell geeigneten Standorten für mögliche zukünftige Kernkraftwerksprojekte in Schottland durchgeführt. Die Studie ergab, dass es aus technischer Sicht Gebiete mit «hohem Potenzial» für neue Kernkraftwerksprojekte gibt.

8. Juli 2026
Schottisches Kernkraftwerk Torness
In Schottland sind derzeit von ursprünglich vier noch zwei Kernkraftwerkseinheiten in Betrieb. Die beiden letzten in Torness werden 2028 abgeschaltet.
Quelle: EDF Energy via NIA

Der staatlich-britische Kernenergieentwickler Great British Energy-Nuclear (GBE-N) wurde von der britischen Regierung im Herbst 2025 mit einer Standortstudie für neue Nuklearprojekte beauftragt. Dabei geht es um mögliche Standorte auf dem schottischen Festland für Mikroreaktoren, kleine, modulare Reaktoren (SMRs), fortgeschrittene, modulare Reaktoren (AMRs) und Reaktoren im Gigawatt-Massstab. Zur Eingrenzung potenziell geeigneter Landflächen nutzte GBE-N ein auf einem Geoinformationssystem (GIS) basierendes Modell. Zuerst wurden Ausschlusskriterien wie Bevölkerungsdichte, Topografie, Kühlwasserzugang, Überflutungsrisiken, Küstenerosion sowie Umwelt- und Landschaftsschutz berücksichtigt. Die verbleibenden Flächen wurden anschliessend nach ihrer technischen Eignung bewertet.

Potenziell geeignete Landflächen gibt es in Torness, Dounreay und Hunterston, die bereits Nuklearstandorte sind. Zudem wurden weitere potenzielle Gebiete entlang des Firth of Forth und an der Ostküste Schottlands identifiziert. Eine Hürde für Neubauprojekte in Schottland ist die ablehnende Haltung der schottischen Regierung gegenüber neuer Kernenergie, obwohl die Bevölkerung Kernenergie unterstützt (Umfrageergebnisse). Die britische Regierung hingegen fördert Neubauprojekte wie Sizewell C an der Ostküste Englands oder das SMR-Projekt von Rolls-Royce SMR auf der Insel Wylfa in Nordwales.

«Schottland braucht eine verlässliche und solide Grundlage für ein sicheres, kohlenstoffarmes Stromversorgungssystem. Es ist an der Zeit, die Blockade bei den Baubewilligungen aufzuheben und neue Investitionen freizusetzen, die die Energiesicherheit stärken, lokale Gemeinden unterstützen und Tausende von Arbeitsplätzen schaffen», forderte Tom Greatrex, der Geschäftsführer des in London ansässigen Branchenverbandes Nuclear Industry Association (NIA).

Quelle

B.G. nach NucNet-Artikel und britische Regierung, Studienbericht, 30. Juni 2026

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Zur Newsletter-Anmeldung

Profitieren Sie als Mitglied

Werden Sie Mitglied im grössten nuklearen Netzwerk der Schweiz!

Vorteile einer Mitgliedschaft