Schwindende Stromreserven in Europa
Die durchschnittliche Reserve zwischen Stromangebot und -nachfrage bei Verbrauchsspitzen hat in Europa im Jahr 2005/Frühjahr 2006 nur noch 4,8% betragen. Im Jahr 2004 waren es noch 5,8%. Damit steigt in Europa die Gefahr von Stromausfällen beziehungsweise Stromschwankungen weiter an. So lautet das Ergebnis des aktuellen «European Energy Markets Observatory» der Management- und IT-Beratungsfirma Capgemini.

Laut Capgemini liegen die Gründe in einem deutlichen Verbrauchsanstieg bei nur geringen Kapazitätserweiterungen und extremen Wetterbedingungen. So hat beispielsweise der vermehrte Einsatz von Klimageräten im heissen Sommer 2005 neben dem traditionellen Winterhoch zu einer zweiten Verbrauchsspitze im Jahr geführt. Ebenso führten die geringen Niederschläge in Spanien und Frankreich zu einem Kapazitätseng pass.
Hohe Investitionen in Kraftwerke und Netze erforderlich
Nachdem die Investitionen der Stromkonzerne gemessen am Umsatz auf einem Tiefstand waren, stieg die Quote im Jahr 2005 europaweit wieder auf rund 10% an. Damit liegt sie aber immer noch unter dem langjährigen Durchschnitt von 12%. Für die kommenden Jahre bis 2009 werden jährliche Investitionen in Höhe von EUR 30 Mrd. (CHF 48 Mrd.) für den Aufbau neuer Kapazitäten erwartet und weitere EUR 20 Mrd. (CHF 32 Mrd.) für den Netzausbau. Die Zahlen entsprechen weitgehend den Schätzungen der EU für notwendige Investitionen in Höhe von EUR 1000 Mrd. zwischen 2005 und 2030.
Quelle
M.A. nach Capgemini, Medienmitteilung, 20. Oktober 2006