Tschechische Nuklearaufsicht bewilligt Standortgesuch für Dukovany-Ausbau

Die tschechische Nuklearaufsichtsbehörde SUJB hat die Standortbewilligung für den geplanten Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany erteilt.

11. März 2021

Das mehrheitlich staatseigenen Energieversorgungsunternehmen Skupina CEZ a.s. hatte am 25. März 2020 das Gesuch für eine Standortbewilligung für die geplanten zwei Kernkraftwerkseinheiten bei der SUJB eingereicht. Das 1600 Seiten umfassende Gesuch beschreibt und bewertet unter anderem, ob der Standort Dukovany für den Bau eines neuen Kernkraftwerks geeignet ist. Es enthält geologische, hydrologische sowie ökologische Parameter und geht auf Sicherheitsfragen und die Auswirkungen des Betriebs auf Bevölkerung und Umwelt ein, einschliesslich Stilllegung. Die Vorbereitung dieses Gesuches dauerte laut CEZ fünf Jahre.

«Während der Gesuchsprüfung wurden keine Tatsachen festgestellt, welche die Genehmigungserteilung verhindern würden», fasste Dana Drábová, Vorsitzende der SUJB, den Entscheid zusammen.

Der Entscheid der SUJB sei ein wichtiger Meilenstein, erklärte CEZ-CEO Daniel Beneš. «Wir haben der Erstellung der Dokumentation und dem Verwaltungsverfahren selbst grosse Aufmerksamkeit und Anstrengung gewidmet. Darüber hinaus sind wir so transparent wie möglich: So haben wir beispielsweise den gesamten Sicherheitsbericht und andere Materialien veröffentlicht, auf welchen die Öffentlichkeit jetzt freien Zugang hat», so Beneš weiter.

Das Energieversorgungsunternehmen plant in Zusammenarbeit mit der tschechischen Regierung den Bau der ersten neuen Einheit im Jahr 2029. Die Betriebsaufnahme ist für 2036 vorgesehen.

Verzögerung bei der Ausschreibung
Die Ausschreibung für den Bau der neuen Einheit hätte ursprünglich 2020 lanciert werden sollen. Oppositionspolitiker forderten jedoch den Ausschluss russischer und chinesischer Unternehmen, da ihre Beteiligung ein nationales Sicherheitsrisiko darstellen würde. Am 27. Januar 2021 einigten sich die tschechische Regierung und die Führungsspitze der Oppositionsparteien dahingehend, dass chinesische Unternehmen ausgeschlossen werden sollen. Es gab aber keinen Konsens darüber, ob die Teilnahme Russlands ebenfalls zu verhindert sei. Ursprünglich hatten fünf Unternehmen Interesse am Bauprojekt gezeigt: die China General Nuclear (CGN), die Electricité de France (EDF), die Korea Hydro & Nuclear Power Co. Ltd. (KHNP)., die amerikanische Westinghouse Electric Company, der russische Staatskonzern Rosatom und das französisch-japanische Konsortium Mitsubishi-Atmea, das sich aber inzwischen zurückzogen hat.

Nach den langfristigen Energieplänen der tschechischen Regierung wird voraussichtlich eine zweite Einheit folgen. Es gibt jedoch derzeit noch keinen klaren Zeitplan für diesen Projekt.

Quelle

M.A. nach SUJB, Medienmitteilung, 8. März 2021, und CEZ, Medienmitteilung, 9. März 2021

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