Waldbrände in Russland: keine Strahlungsgefahr
Waldbrände in russischen Gebieten, die durch den Reaktorunfall von Tschernobyl kontaminiert worden waren, stellen keine Gesundheitsrisiken dar, weder vor Ort noch in anderen europäischen Ländern. Zu diesem Schluss kommt das französische Institut de radioprotection et de sûreté nucléaire (IRSN) in einer Stellungnahme vom 12. August 2010.
Wenn Waldbrände in einem nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl kontaminierten Gebiet vorkommen würden, so würde die Luft wohl durch radioaktive Partikeln wie Cäsium-137 und Strontium-90 kontaminiert, erklärte das IRSN. Allerdings wäre die Stärke der Radioaktivität «überhaupt nicht vergleichbar mit derjenigen des Reaktorunfalls von Tschernobyl 1986». Das IRSN schätzt ab, dass die Höhe der Radioaktivität derjenigen der natürlichen Strahlung aufgrund der Anwesenheit von Radongas in der Luft entsprechen würde.
Die IRSN bestätigte zudem, dass in Westeuropa eine Zunahme der Radionuklide in der Atmosphäre, insbesondere Cäsium-137, erwartet werden könne. Doch das Niveau der Radioaktivität wäre «extrem niedrig», rund ein Millionstel der natürlichen Radioaktivität. Das Institut erinnerte dabei an die monatelangen schweren Waldbrände von 2002 in kontaminierten Regionen Russlands, Weissrusslands und der Ukraine. Damals sei in Frankreich eine Strahlung registriert worden, die zwar maximal drei Mal höher war als die natürliche Strahlung von Cäsium-137, zugleich aber so gering blieb, dass sie nicht in Echtzeit gemessen werden konnte. «Um die Werte zu bekommen, musste die Strahlung wochenlang (von Geräten) akkumuliert werden… Damals betrug die Radioaktivität ein Millionstel der natürlichen Strahlung von atmosphärischem Radon», hiess es.
Stuk: keine erhöhte Strahlenexposition in Finnland
Die finnische Sicherheitsbehörde Stuk teilte am 13. August mit, dass sie im August Proben mit Verbrennungsgasen von den Waldbränden aus Russland analysiert habe. Laut Analyseergebnisse sei die Radioaktivität der Luft nicht höher als sonst. Die ermittelte Konzentration von Cäsium-137 «weiche von der sonst gemessenen nicht ab» und stelle für die Gesundheit kein Risiko dar. Gemäss Stuk beträgt die finnische Strahlenexposition durch künstliche radioaktive Stoffe in der Aussenluft weniger als ein Millionstel der durchschnittlichen jährlichen Strahlendosis, die bei etwa 3,7 mSv (Millisievert) liegt. Die Strahlenexposition während eines zehnstündigen transatlantischen Flugs macht etwa 0,05 mSv aus, so die Stuk.
Quelle
M.A. nach IRSN, Mitteilung, und NucNet, 12. August, sowie Stuk, Medienmitteilung, 13. August 2010