Weissbuch hält fest: Die saubere und sichere Kernenergie ist unverzichtbar

Brookfield Asset Management Inc. zeigt im neuen Weissbuch «A New Dawn for Nuclear Power» auf, dass die Bedeutung der sicheren Kernenergie wächst. Sie kann das Streben nach Netto-Null-Emissionen unterstützen und zur Sicherung der Energieversorgung und Energieunabhängigkeit beitragen. Es gebe kein glaubwürdiges Netto-Null-Szenario, indem die Kernenergie gegenüber heute nicht ausgebaut würde.

7. Okt. 2022
Kernenergie erlebt Aufschwung
«Die Kernenergie erfährt einen enormen Rückenwind» schlussfolgert das Weissbuch von Brookfield Asset Management Inc. Zusammen mit Wasserkraft, Solarenergie, Windkraft unterstützt sie das Streben von Netto-Null bis 2050 und trägt zur Sicherung der Energieversorgung und Energieunabhängigkeit bei.
Quelle: Brookfield Asset Management Inc.

Um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, sei ein massiver Einsatz aller verfügbaren sauberen Energietechnologien erforderlich, hält das Weissbuch von Brookfield fest und ergänzt: «Wasserkraft, Solarenergie, Windkraft und Energiespeicherung sind Teil der Lösung, aber als saubere Quelle für Grundlaststrom wird auch die Kernkraft eine Schlüsselrolle spielen.» Tatsächlich gebe es kein glaubwürdiges Netto-Null-Szenario, in dem die saubere, sichere und ausgereifte Kernenergie ihre Kapazität gegenüber heute nicht ausbauen würde, so Brookfield. Die Akzeptanz der Kernenergie in vielen Ländern als ein wichtiger Akteur zum Erreichen der Netto-Null-Ziele treibe weltweit die Verlängerung der Laufzeit von Reaktoren und den Bau neuer Reaktoren mit modernster Auslegung und Technologie voran, so Brookfield.

Das Unternehmen hebt zudem hervor, dass «auch bei politischen Entscheidungsträgern und Investoren die Kernenergie zunehmend an Unterstützung gewinnt, da sie zur Sicherung der Energieversorgung und zur Energieunabhängigkeit beitragen kann». Verantwortlich dafür seien eine Kombination aus steigenden Preisen für fossile Brennstoffe, geopolitischen Verschiebungen und dem wachsenden Wunsch nach Sicherung der Energieversorgung und Energieunabhängigkeit. «Dies erinnert an die Ölkrise der 1970er-Jahre, in deren Folge 40 % der heute in Betrieb stehenden Kernkraftwerke gebaut wurden.»

Die Kernenergie ist eine der sichersten Energiequellen und keine Hochrisikotechnologie
Brookfield thematisiert aber auch, dass «die Kernenergie in den Augen der Öffentlichkeit oft ein schlechtes Image, insbesonder6e in Bezug auf die Sicherheit» habe. «Verbreitete Missverständnisse» hätten viele dazu veranlasst, all das zu übersehen, was die Kernenergie zu bieten habe. Die Unfälle der Vergangenheit haben gemäss Weissbuch aber dazu geführt, dass die Nuklearindustrie heute zwangsläufig sicherheitsbewusster ist. «Die Kernenergie ist auch eine der sichersten Stromerzeugungstechnologien weltweit, eine Auszeichnung, die sie aufgrund der ausserordentlich hohen Regulierungs- und Sicherheitsstandards der Branche auch weiterhin behalten wird.»

Die Aussage zur Sicherheit belegt Brookfield mit eindeutigen Daten der gemeinnützigen Organisation Our World in Data zum Thema «Was sind die sichersten und saubersten Energiequellen?». Damit Vorurteile abgebaut und Akzeptanz gewonnen werden könnten, schlägt Brookfield die «vermehrte Information der Öffentlichkeit über Entwicklungen in der Nukleartechnologie» vor.

Neubauprojekte profitieren vom erlangten Wissen und von aufgebauten Lieferketten
Das Weissbuch weist darauf hin, dass die Kernenergie heute den «billigsten Strom der Welt» liefere – was vorab erhebliche Investitionen bedinge. Auch auf einen häufig kritisierten Punkt beim Kernkraftwerksneubau wird eingegangen: Kostenüberschreitungen und Verzögerungen. «Der Bau neuer Kernkraftwerke erfordert auch eine Mobilisierung von Investitionen und die Gewährleistung eines strafferen und zuverlässigeren Entwicklungsprozesses», fordert Brookfield. In der Vergangenheit seien die Pläne zum Neubau von Kernreaktoren zum Teil die ersten ihrer Art (first of a kind) gewesen. «Da neue Versorgungsketten aufgebaut werden mussten, handelte es sich oft um gewaltige Bauprojekte, bei denen es häufig zu Kostenüberschreitungen und Verzögerungen kam», schreibt Brookfield. Dies habe bei den Investoren zu einem nachlassenden Interesse und zu einer stagnierenden Zahl von Kernkraftwerksprojekten geführt.

«Und während das Interesse am Bau neuer Reaktoren nachliess, schwanden auch das Wissen und die Erfahrung der Branche.» Brookfield gibt sich zuversichtlich, dass die Kernenergie diesbezüglich bedeutende Fortschritte machen und davon profitieren werde, dass sich derzeit mehr als 50 Reaktoren in Bau befänden. «Wir glauben, dass der Bau von Grossreaktoren in Zukunft kostengünstiger und pünktlicher sein wird, da die nukleare Versorgungskette nun besser etabliert ist.» Bezüglich Finanzierung durch Privatkapital sei es hilfreich, dass die EU-Klimataxonomie die Kernenergie als nachhaltige Energiequelle eingestuft habe.

Kernenergie liefert Grundlast und stabilisiert das Stromnetz
Unmissverständlich hält Brookfield fest: «Traditionelle erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie werden den wachsenden Energiebedarf decken und einen grossen Teil der kohlenstoffproduzierenden Stromerzeugung [aus fossilen Brennstoffen] ersetzen.» Da es sich bei der Solar- und Windenergie «jedoch um fluktuierend arbeitende Energiequellen handelt, werden auch Energiespeicher und saubere Quellen für die Grundlastversorgung erforderlich sein». Aufgrund ihrer dauernden Verfügbarkeit und Planbarkeit werde auch die Wasserkraft eine wichtige Rolle spielen, stosse mit beim Ausbau aber an Grenzen.

«Die traditionellen erneuerbaren Energien werden jedoch nicht in der Lage sein, die Lücke bei den sauberen Energien vollständig zu schliessen. Die Energiespeicherung bleibe eine im Entstehen begriffene Lösung.» Dies bedeute, dass «die Kernenergie – als Grundlastquelle für saubere Energie – einen wesentlichen Teil der Lücke füllen» müsse. Neue Reaktortypen könnten die Nachfrage nach Grundlast und einer sauberen Stromerzeugung auf Ebene der Energieversorger oder im dezentralen Massstab decken, so Brookfield. Einen solchen Mikroreaktor eVinci entwickelt zum Beispiel die Westinghouse Electric Corp., die einer Tochtergesellschaft von Brookfield gehört.

Das Weissbuch erwähnt bezüglich Netzstabilität zudem einen Aspekt, der in Diskussionen zur Energiewende immer wieder vernachlässigt wird: «Über die Grundlast hinaus kann die Kernenergie auch Trägheit liefern – eine Art gespeicherter Energie, die eine wichtige Quelle für die Zuverlässigkeit des Stromnetzes ist». Kurze Schwankungen im Sekundenbereich in der Netzfrequenz von 50 Hertz werden von der grossen rotierenden Masse der Generatoren in Kernkraftwerken und anderen thermischen Kraftwerken abgepuffert, was für Netzstabilität sorgt.

Fazit des Weissbuchs
Aufgrund all dieser Vorteile der Kernenergie lautet das Fazit des Weissbuchs: «Die Kernenergie erfährt einen enormen Rückenwind: Die Nachfrage nach sauberer Energie steigt rapide an, während die Sicherung der Energieversorgung eine zentrale Rolle auf der Weltbühne einnimmt. Politische Entscheidungsträger und Investoren erkennen zunehmend die Rolle der Kernenergie bei der Verwirklichung von Netto-Null bis 2050.»

Quelle

B.G. nach Brookfield, Weissbuch «A New Dawn for Nuclear Power», 28. September 2022

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