Wiederaufnahme der Isotopenproduktion in Petten

Der Hochflussreaktor HFR des European Union Joint Research Centre (JRC) im niederländischen Petten, der ein Drittel der weltweit in der Medizin benötigten Isotope herstellt, darf wieder in Betrieb gehen, obwohl die Reparaturarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Die niederländische Regierung hat der Betreiberin, der Nuclear Research and Consultancy Group (NRG), grünes Licht für den sofortigen Neustart des Forschungsreaktors gegeben, wie das Umweltministerium am 12. Februar 2009 mitgeteilt hat.

18. Feb. 2009

«Das geschieht vor dem Hintergrund eines akuten weltweiten Engpasses bei der Versorgung mit medizinischen Isotopen», erklärte das Umweltministerium. Seit dem 9. Februar 2009 seien die beiden anderen europäischen Reaktoren, die diese Isotope produzieren, für Instandsetzungsarbeiten abgestellt. Die NRG versicherte, dass in wenigen Tagen bereits genügend medizinische Isotope für Patienten in aller Welt hergestellt würden.

Die Genehmigung sei erfolgt, nachdem zusätzliche Sicherheitsmassnahmen getroffen worden seien, fügte das Ministerium hinzu. Sie gelte zunächst nur bis zum 1. März 2010, weil der Reaktor zwar als sicher angesehen werde, er jedoch die Zulassungsbedingungen noch nicht vollständig erfülle.

Auch IAEO befürwortet befristete Inbetriebnahme

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat am 23. Februar 2009 Empfehlungen zur befristeten Wiederinbetriebnahme des HFR veröffentlicht. Experten der IAEO hatten zur Beurteilung der Situation eine Sicherheitsüberprüfung des Hochflussreaktors in Petten durchgeführt. Gemäss ihrem Befund muss das Sicherheitssystem zur Überprüfung von Leckagen während des Betriebs streng überwacht werden, darf die befristete Betriebsgenehmigung bis 1. März 2010 nicht verlängert werden und im Falle einer Leckage in den Kühlwasserleitungen muss der Reaktor unverzüglich abgeschaltet und vor der erneuten Inbetriebnahme repariert werden.

Gasbläschen im primären Kühlkreislauf

Im August 2008 hatte die NRG bekannt gegeben, dass wegen Korrosionsproblemen Gasbläschen in den primären Kühlkreislauf von Petten ausgetreten waren. Zur näheren Abklärung des möglichen Sicherheitsproblems wurde die Anlage abgeschaltet. Damals hatte die NRG mit einer Unterbrechung von bis zu vier Wochen gerechnet. Die Reparaturarbeiten sind jedoch aufwendiger als angekommen und konnten noch nicht abgeschlossen werden. In den kommenden Monaten werde die NRG die nötigen Vorarbeiten leisten, damit die geschädigten Bereiche des primären Kühlwasserkreislaufs bis 2010 ersetzt werden können, teilte das Nuclear Safety Department mit.

Quelle

M.A. nach niederländischem Umweltministerium und NRG, Medienmitteilungen, 12. Februar 2009

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