22.06.2020

Amerikanische Entwicklungsbank möchte Ende des Finanzierungsverbots für Kernkraftprojekte

Die International Development Finance Corporation (DFC) der USA hat Änderungen ihrer Umwelt- und Sozialpolitik vorgeschlagen, die das Verbot der Unterstützung von Kernkraftprojekten aufheben würden. Damit könnte die DFC Projekte zur Einführung von neuen Nukleartechnologien in Entwicklungsländern finanzieren.

Die DFC ist die Entwicklungsbank der USA. In Partnerschaft mit dem Privatsektor finanziert sie Projekte in Entwicklungsländern und investiert in einer Reihe von Sektoren wie Energie, Gesundheitswesen, kritische Infrastrukturen und Technologie.

Die bestehenden Umwelt- und Sozialpolitiken und -verfahren der DFC verbieten ihr derzeit kategorisch, in die Erzeugung von oder den Handel mit radioaktiven Materialien einschliesslich Kernreaktoren und deren Komponenten, zu investieren. DFC schlägt nun die Aufhebung dieses Verbots vor. Sie hat eine 30-tägige öffentliche Vernehmlassung eingeleitet.

«Die Modernisierung der DFC-Politik, Finanzierungen für Nuklearprojekte anzubieten, unterstützt das Entwicklungsmandat der Agentur, stärkt die amerikanische Aussenpolitik und erkennt technologische Fortschritte an, welche die Kernenergie in Schwellenländern besonders wirkungsvoll machen könnten», sagte die DFC. Fortgeschrittene Nukleartechnologien, die jetzt in den USA entwickelt und eingesetzt werden, einschliesslich SMR und Mikroreaktoren, werden wesentlich geringere Kosten haben als traditionelle Kernkraftwerke und könnten für Entwicklungsländer gut geeignet sein, ergänzte sie.

«Die vorgeschlagenen Änderungen könnten dazu beitragen, den Entwicklungsländern eine emissionsfreie, zuverlässige und sichere Stromquelle zur Verfügung zu stellen und damit das Wirtschaftswachstum und den erschwinglichen Zugang zu Energie in unterversorgten Gemeinden zu fördern», ist sich die DFC sicher. Sie könnte zudem «eine Alternative zur Finanzierung autoritärer Regimes» bieten und gleichzeitig die amerikanischen Sicherheitsmassnahmen zur Nonproliferation stärken und die nukleare Wettbewerbsfähigkeit der USA unterstützen.

Mit den vorgeschlagenen Änderungen würde eine Empfehlung umgesetzt, welche die amerikanische Nuclear Fuel Working Group (NFWG) Anfang Jahres ausgesprochen hatte. Diese besagte, dass die Finanzinstitutionen der Nation die zivile Nuklearindustrie unterstützen sollten, um gegen die Finanzierung durch ausländische Staaten zu konkurrieren. Dies sei eine Massnahme zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Nuklearexporte.

Quelle: 
M.A. nach DFC, Medienmitteilung, 10. Juni 2020