23.01.2020

Fukushima: Aufhebung von drei Evakuationsverfügungen ermöglicht vollständige Freigabe der Joban-Eisenbahnlinie

Drei Evakuationsverfügungen – die nach dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi im März 2011 auferlegt worden waren – sollen Anfang März 2020 teilweise aufgehoben werden. Damit kann die Joban-Linie wieder vollständig in Betrieb genommen werden.

Während der ersten Tage des Reaktorunfalls in Fukushima-Daiichi wurde für eine 20-Kilometer-Zone um das Kraftwerk und für ein im Nordwesten angrenzendes etwa ebenso grosses Gebiet die Evakuierung der Bevölkerung angeordnet. Insgesamt rund 165’000 Personen wurden evakuiert oder verliessen freiwillig ihre Wohnstätten. Ab April 2014 wurden Gebiete in der Evakuationszone nach und nach freigegeben.

Laut dem Nuklearen Krisenstab der japanischen Regierung wird die Evakuationsverfügung für den nordöstlichen Teil der Stadt Futaba am 4. März aufgehoben. Diejenige für Okuma, die nahegelegenste Stadt zum Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi, wird am 5. März teilweise aufgehoben und diejenige für Tomioka am 10. März 2020. Damit werden erstmals Gebiete freigegeben, in die eine Rückkehr zuvor aufgrund der hohen Strahlenbelastung als schwierig bezeichnet worden war.

In den drei Regionen befinden sich Haltestellen der Joban-Eisenbahnlinie. Der Streckenabschnitt Tomioka–Namie ist der einzige noch unterbrochene Abschnitt. Die East Japan Railway Company gab jedoch an, ihn am 14. Marz wieder zu öffnen. Damit ist die Strecke wieder vollständig befahrbar. «Die vollständige Öffnung der Joban-Linie wird hoffentlich den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete beschleunigen», sagte Japans Premierminister Shinzo Abe. Der Fackellauf der olympischen Sommerspiele in Tokio soll am 26. März 2020 in der Stadt Hamadori in der Präfektur Fukushima beginnen. Da sich die Transportmöglichkeiten in diesem Gebiet nun verbessere, würden viele Besucher in diesem Gebiet erwartet, fügte Abe bei. Er hoffe, dass damit die Wiederherstellung von Fukushima beschleunigt werde.

Quelle: 
M.A. nach Jaif, Atoms in Japan, 21. Januar 2020