25.02.2020

Langzeitbetrieb von Cernavoda untersucht

Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat die langfristige Betriebssicherheit des Kernkraftwerks Cernavoda im Rahmen einer SALTO-Mission (Safety Aspects of Long-term Operation) überprüft.

Ein elfköpfiges Team der IAEO führte die vorbereitende SALTO-Mission zwischen dem 11. und 19. Februar 2020 durch. Es prüfte die Vorsorge, Organisation und Programme, die den Langzeitbetrieb des Kernkraftwerks Cernavoda (2x PHWR, je 650 MW) betreffen. Der Schwerpunkt der Mission lag auf Cernavoda-1, der älteren der zwei Einheiten. Die Mission wurde auf Anfrage der Eigentümerin und Betreiberin von Cernavoda – der rumänischen Societatea Nationala Nuclearelectrica SA – durchgeführt. Block 1 nahm im Dezember 1996 den kommerziellen Betrieb auf. Der identische Cernavoda-2 nahm im November 2007 den kommerziellen Betrieb auf. Zusammen liefern die beiden Einheiten rund 17% der rumänischen Stromerzeugung. Das Unternehmen plant, den Betrieb von Cernavoda-1 auf 60 Jahre zu verlängern.

Die IAEO identifizierte bei ihren Untersuchungen gute Praktiken wie die Anwendung der in der Candu-Eigentümergruppe geteilten Erfahrungen für Sicherheitsverbesserungen, die erfolgreiche Umsetzung eines langfristigen Korrekturmassnahmenprogramms und die Nutzung eines dynamischen Lernansatzes für Arbeiten, die nicht regelmässig durchgeführt werden.

Laut dem SALTO-Team sollten die Mitarbeiter von Cernavoda ihre Langzeitbetriebsstrategie jedoch noch verbessern, indem sie alle erforderlichen Aktivitäten zur Vorbereitung eines sicheren Langzeitbetriebs abdecken. Es sollte auch eine Methodik entwickelt und implementiert werden, damit der Spielraum für Strukturen und Komponenten im Rahmen einer angemessenen Überprüfung des Alterungsmanagements festgelegt werden können.

Das IAEO-Expertenteam stellte nach Abschluss der Mission einen Berichtsentwurf aus, zu dem die Kraftwerksleitung und die Aufsichtsbehörde National Commission for Nuclear Activities Control (CNCAN) Stellung nehmen können. Der Schlussbericht soll der Kraftwerksleitung, der CNCAN und der Regierung in drei Monaten vorgelegt werden, so die IAEO.

Quelle: 
M.A. nach IAEA, Medienmitteilung, 19. Februar 2020