17.05.2021

Slowakei: Mochovce-3 vor Inbetriebnahme

Die staatliche Atomaufsichtsbehörde der Slowakei, die ÚJD SR, hat der Slovenské Elektrárne a.s. (SE) die Betriebsbewilligung für den dritten Block des Kernkraftwerks Mochovce erteilt. Sie ist noch nicht rechtskräftig.

Am 13. Mai 2021 erteilte die ÚJD die Genehmigung für die Inbetriebnahme von Mochovce-3 und für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle und der ausgedienten Brennelemente. Der Freigabe gingen eine Reihe sicherheitstechnischer Inspektionen und integraler Tests aller Systeme voraus.

Die Überprüfung der Betriebsbereitschaft von Mochovce-3 umfasste auch zwei internationale Überprüfungen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) führte Ende 2019 eine Pre-Osart-Mission (Operational Safety Review Team Mission) durch, welche die betriebliche Sicherheit der Kernkraftwerkseinheit bewertete. Ein sogenannter Pre-Start Up Review (PSUR) der World Association of Nuclear Operators (Wano) fand Anfang 2020 statt. Der PSUR ist eine weltweit anerkannte Bewertung der Nuklearindustrie, die gemäss den von der Wano festgelegten internationalen Industriestandards durchgeführt wird. Eine Osart-Folgemission der IAEO ist für Mitte 2021 vorgesehen.

«Heute ist die dritte Einheit technisch voll einsatzbereit und wir werden sofort nach Inkrafttreten der Genehmigung mit dem Beladen des ersten Kernbrennstoffs in den Reaktor beginnen», erklärte Branislav Strýček, CEO der SE. Die Brennelemente seien vor Ort.

Laut ÚJD können berechtigte Personen innert 14 Tagen Einspruch gegen die Inbetriebnahme von Mochovce-3 erheben. Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 kündigte bereits an, «alle Rechtsmittel einzulegen, um die Inbetriebnahme dieser verpfuschten Höllenmaschine und damit den möglichen nächsten Super-GAU in Europa zu stoppen.»

Die Kernkraftwerkseinheit Mochovce-3 ist vom russischen Typ WWER-440/V213, der modernisiert wurde. Mit ihrer installierten Leistung von 471 MW wird sie gemäss SE rund 13% des gesamten Stromverbrauchs der Slowakei decken und 2,5 Mio. t CO2-Emissionen vermeiden.

Quelle: 
M.A. nach SE und ÚJD sowie Global2000, Medienmitteilungen, 13. Mai 2021