30.07.2020

Steigerung der Exporte von Fisch und Fischereierzeugnissen aus Namibia dank Nukleartechnik

Fisch und Fischereierzeugnisse leisten weiterhin einen bedeutenden Beitrag zu Namibias Exporten. Dies dank der Unterstützung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) beim Aufbau eines Systems zur Sicherheit und Qualitätssicherung von Lebensmitteln und Wasser mit Nukleartechnologie.

«Namibias Fisch- und Aquakultursektor hat wichtige nationale, regionale und internationale Märkte. Um diese Märkte zu erreichen, mussten wir zunächst sicherstellen, dass unsere Produkte sicher sind und verschiedene gesetzliche Anforderungen erfüllen», erklärte Paloma Ellitson, General Manager für Tests und Inspektionen bei der Namibian Standards Institution (NSI), die dem Ministry of Industrialisation and Trade unterstellt ist. Fisch und Fischereierzeugnisse machen einen Viertel der gesamten Exporte des Landes aus. Die Fischindustrie ist nach dem Bergbau und Tourismus drittwichtigster Devisenbringer für Namibia. Sie profitiert vom sauerstoff- und planktonreichen Benguelastrom.

Bevor Fisch und Fischereierzeugnissen in den Handel kommen, müssen die Länder bescheinigen, dass Produkte für die Ausfuhr sicher und auch frei von Schwermetallen wie Blei, Quecksilber und Cadmium sind. Diese anorganischen Verunreinigungen können durch industrielle Aktivitäten eingeführt werden, die Meereslebewesen schädigen sowie Fischerei- und Aquakulturprodukte wie Meeresfrüchte für den menschlichen Verzehr untauglich machen können.

«Durch unsere Zusammenarbeit mit der IAEO und der FAO verfügen wir jetzt über fortgeschrittene Ausrüstung, geschultes Personal und erweiterte Dienstleistungen, sodass Fischerei- und Aquakulturprodukte auf nationaler Ebene unter gleichzeitiger Wahrung der Sicherheit und Qualität schneller getestet und zertifiziert werden können, und so die Nachfrage schneller befriedigt werden kann», sagte Ellitson.

Stärkung der Lebensmittelsicherheit

Wissenschafter des NSI-Prüflabors und anderer nationaler Institute wie die Agro-Marketing and Trade Agency und das Central Veterinary Laboratory arbeiten seit Jahren mit der IAEO und der FAO zusammen, um das System zur Sicherheit und Qualitätssicherung von Lebensmitteln und Wasser des Landes aufzubauen und zu stärken. Diese Zusammenarbeit, hauptsächlich im Rahmen des Programms für technische Zusammenarbeit der IAEO, umfasst Schulungen, Beschaffung von Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien, fachkundige Beratung, Stipendien bei der IAEO und anderen kooperierenden Labors sowie die Teilnahme an der von der IAEO koordinierten internationalen Forschung.

Die NSI musste früher Tests für Schwermetalle und andere Tests zur Lebensmittelsicherheit von Fischereierzeugnissen an Labore in anderen Ländern ausgelagert, erklärte Ellitson und fügte hinzu: «Wir hatten nur eine Maschine pro Test. Wenn eine Maschine ausfiel, was häufig vorkam, bedeutete dies Ausfallzeiten von bis zu sechs Monaten und erforderte ein Outsourcing. Es war nicht nur teurer, sondern bedeutete auch, dass die Zertifizierung und der Versand von Fischereierzeugnissen mehr Zeit beanspruchte, was zu längeren Lagerzeiten führte.

Namibia führt derzeit eigene Tests an verschiedenen Waren durch, darunter Fisch und Fischereierzeugnisse. Es verwendet Nukleartechniken wie induktiv gekoppelte Plasma-Massenspektrometrie und Atomabsorptionsspektrometrie sowie andere Techniken zum Nachweis, zur Messung und zur Sicherstellung, dass Produkte frei von Verunreinigungen wie Schwermetallen, ausgewählten Pestizidrückständen und Mykotoxinen sind. Seit 2018 wurden im Durchschnitt jedes Jahr über 300 Proben von Schalentieren und Fischereiunternehmen vom NSI-Prüflabor getestet. Dies hat dazu beigetragen, dass Exporte weiterhin von den internationalen Märkten zugelassen werden.

Eine Wissenschafterin in Namibia bereitet Proben für Tests zur Lebensmittelsicherheit vor.
Quelle: NSI

Handel mit der EU

Die verstärkten Test- und Inspektionskapazitäten des Landes in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und -qualität haben dazu beigetragen, die erforderlichen Standards und Vorschriften zu erfüllen, um den Export in die EU zu erleichtern. Im Jahr 2019 machten Fisch und Fischereierzeugnisse über 30% der EU-Einfuhren aus Namibia aus.

Namibia ist derzeit als Drittlandexporteur von Fisch und Fischereierzeugnissen in die EU gelistet. Um diese Bezeichnung zu erhalten, musste das Land sicherstellen, dass seine Prüf- und Inspektionsdienste strenge Sicherheits- und Qualitätsstandards zuverlässig erfüllen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Sicherheit ist auch die Laborakkreditierung.

«Wir brauchen sichere Lebensmittel auf dem Markt, und die Laborakkreditierung bietet Dritten die Gewissheit, dass die Testergebnisse des Labors vertrauenswürdig und die Produkte sicher sind», so Ellitson. Die Akkreditierung ist eine formelle Anerkennung, die verliehen wird, nachdem eine externe Akkreditierungsstelle die technische Kompetenz eines Labors zur Durchführung bestimmter Arten von Tests und Messungen bewertet und bestätigt hat.

Die Akkreditierung des NSI-Prüflabors für Lebensmittelsicherheits- und Qualitätstestmethoden wurde erweitert und verlängert, nachdem seine Kapazitäten durch die Unterstützung der IAEO und der FAO verbessert worden waren. Es hat seine Akkreditierung seit 2012 beibehalten und nimmt weiterhin jedes Jahr an fünf Eignungsprüfungsprogrammen mit anderen internationalen Labors teil, um sicherzustellen, dass alle Akkreditierungs- und Regulierungsaspekte wirksam abgedeckt werden.

Quelle: 
M.A. nach IAEO, Medienmitteilung, 22. Juli 2020