20.02.2020

VAE: Barakah-1 erhält eine Betriebsgenehmigung

Die Federal Authority for Nuclear Regulation (FANR) hat der Nawah Energy Company – eine Tochtergesellschaft der Emirates Nuclear Energy Corporation (Enec) – die Betriebsbewilligung für die Kernkraftwerkseinheit Barakah-1 in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) erteilt. Sie gilt für eine Betriebszeit von 60 Jahren.

Die Beurteilung der FANR umfasste die Überprüfung der Anlagenplanung und die Analyse des Standortes sowie technische Aspekte wie Reaktorauslegung, Kühlsysteme, Sicherheitsvorkehrungen, Notfallvorsorge und Entsorgung radioaktiver Abfälle. Die FANR bewertete ebenfalls die Bereitschaft der Nawah, die Einheit zu betreiben und ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Die Nawah hatte der FANR das Gesuch zur Betriebsgenehmigung im März 2015 eingereicht. Seither prüfte die Aufsichtsbehörde den 14’000 Seiten umfassenden Antrag, führte über 185 Inspektionen durch und forderte rund 2000 zusätzliche Informationen zu verschiedenen offenen Fragen an. Zudem führte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) elf Missionen zur Überprüfung von Infrastruktur, Notfallvorsorge, Sicherheit und gesetzlichen Vorschriften durch. Die World Association of Nuclear Operators (Wano) führte im November 2019 eine sogenannte Pre-Start Up Review (PSUR) durch – eine weltweit anerkannte Bewertung der Nuklearindustrie, die gemäss den von der Wano festgelegten internationalen Industriestandards durchgeführt wird. Sie kam zum Schluss, dass Barakah-1 betriebsbereit ist.

Nachdem die Nawah Energy die Betriebsgenehmigung für ihre Druckwasserreaktoreinheiten des südkoreanischen Typs APR-1400 erhalten hat, bereitet sie die erste Brennstoffbeladung vor.

Barakah-1 ist eine von vier APR-1400-Einheiten am Standort Barakah in der Nähe von Ruwais in der Region Al Dhafra in Abu Dhabi. Reaktorlieferantin ist die Korea Electric Power Corporation (Kepco). Die Bauarbeiten sind seit März 2018 abgeschlossen. Barakah-2 ist zu 95% fertiggestellt, Barakah-3 zu 92% und Barakah-4 zu 83%.

Quelle: 
M.A. nach Enec und FANR, Medienmitteilungen, 17. Februar 2020