Axpo-Report: Kernenergie bleibt Schlüssel für sichere Winterstromversorgung
Mit den «Axpo Energy Reports» hat die grösste Schweizer Stromproduzentin eine umfassende Analyse zur Zukunft der Stromversorgung in der Schweiz vorgelegt. Die Studie zeigt: Die Herausforderungen sind lösbar, aber insbesondere im Winter würde die Versorgung ohne Kernenergie deutlich anspruchsvoller. Auch deswegen plädiert die Axpo dafür, den Bau neuer Kernkraftwerke als Option offenzuhalten und das bestehende Neubauverbot aufzuheben.
Die von rund 50 Fachleuten gemeinsam mit externen Institutionen erarbeitete Studie analysiert verschiedene Technologien und deren Beitrag zu einer sicheren, bezahlbaren und klimafreundlichen Stromversorgung. Im Zentrum stehen zwei mögliche Entwicklungspfade sowie konkrete Massnahmen, die unabhängig vom gewählten Szenario notwendig sind.
Konkrete Massnahmen für mehr Versorgungssicherheit
Unabhängig davon, welchen Weg die Schweiz einschlägt, identifiziert die Axpo vier zentrale Massnahmen, die sofort angegangen werden sollten: der langfristige Betrieb der bestehenden Kernkraftwerke, eine stärkere Ausrichtung der Förderpolitik auf Winterstrom, ein beschleunigter Ausbau der Windkraft sowie geeignete Rahmenbedingungen für flexible Gaskraftwerke.
Speziell der Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke wird als kosteneffizienteste Möglichkeit hervorgehoben, um grosse Mengen an Winterstrom bereitzustellen und Zeit für den Ausbau anderer Technologien zu gewinnen.
Zwei Szenarien für die Stromversorgung der Zukunft
Die Reports skizzieren zwei mögliche Wege für eine verlässliche, emissionsarme und bezahlbare Stromversorgung. Im ersten Szenario setzt die Schweiz vor allem auf erneuerbare Energien, namentlich Solar und deutlich mehr Windkraft – ergänzt durch flexible Gaskraftwerke zur Absicherung im Winter.
Das zweite Szenario sieht zusätzlich den Bau von neuen Kernkraftwerken vor. Diese würden den Ausbaubedarf bei anderen Technologien deutlich reduzieren und die Versorgung insbesondere in den Wintermonaten stabilisieren. Die Axpo hält ausdrücklich fest, dass dieser Weg offengehalten werden sollte, und spricht sich dafür aus, das bestehende Neubauverbot für Kernkraftwerke aufzuheben. Die Axpo weist aber auch auf die zentralen Herausforderungen hin: «Ohne eine umfassende Risikoübernahme durch den Staat wären die finanziellen Risiken neuer Kernkraftwerke für kein Unternehmen tragbar. Ob eine solche Lösung politisch realisierbar ist, bleibt offen. Sollte sich die Schweiz dennoch für diesen Weg entscheiden und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, ist Axpo bereit, einen Beitrag zur Umsetzung zu leisten.»
Kernenergie als möglicher Pfeiler der zukünftigen Versorgungssicherheit
Der begleitende rund 80-seitige Spezial-Report zur Kernenergie zeigt die heutige Bedeutung der Technologie: Kernkraftwerke liefern rund ein Drittel des Stroms in der Schweiz und im Winter einen noch höheren Anteil. Sie stellen eine stabile und planbare Produktion sicher und leisten damit einen zentralen Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Der Spezial-Report beleuchtet die Kernenergie umfassend und differenziert: Neben der aktuellen Rolle in der Schweiz analysiert er technologische Entwicklungen, Sicherheitsaspekte und Innovationen ebenso wie Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz und der politischen Regulierung. Ein besonderer Fokus liegt auf den konkreten Voraussetzungen für mögliche Neubauten, etwa bei Bewilligungsverfahren, Finanzierung und Marktintegration sowie im Zusammenspiel mit erneuerbaren Energien.
Quelle
S.D. nach Axpo, Medienmitteilung, 24. März 2026