Finanzierung der Isotopenproduktionsanlage in den Niederlanden steht

Das amerikanische Nukleartechnologieunternehmen Shine Medical Technologies plant eine hochmoderne Produktionsanlage für medizinische Isotope in der niederländischen Gemeinde Veendam. Die Finanzierung für den Bau dieser Anlage sei nun gesichert, gab das Unternehmen bekannt.

9. Feb. 2022
Geplante Isotopenproduktionsanlage von Shine Medical Technologies
Computermodell der Produktionsanlage für medizinische Isotope von Shine, die in Veendam (Niederlande) gebaut wird.
Quelle: Shine Medical Technologies

Shine Medical Technologies will 2023 mit dem Bau seiner zweiten hochmodernen Produktionsanlage für medizinische Isotope beginnen. Als Standort in Europa wurde dafür im Mai 2021 die Gemeinde Veendam in der niederländischen Provinz Groningen ausgewählt. Voran ging ein rund einjähriges Auswahlverfahren. Nun gab das Unternehmen bekannt, dass die Baufinanzierung gesichert ist. Die bisher grösste Produktionsanlage für medizinische Isotope der Welt erstellt Shine in Janesville im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Sie soll Ende 2022 mit der Produktion beginnen.

Die derzeitige Phase des europäischen Shine-Projekts wird von der Provinz Groningen und dem niederländischen Staat finanziert. Zu den weiteren Investoren von Shine gehören weltweit führende private und öffentliche Unternehmen wie Baillie Gifford, Koch Disruptive Technologies, Fidelity, Deerfield Management und Oaktree Capital Management.

Versorgungsengpass vorbeugen
In seinen Anlagen will Shine vor allem Molybdän-99 (Mo-99) herstellen. Mo-99 ist das Ausgangsmaterial für die Produktion des Isotops Technetium-99m (Tc-99m), das für nuklearmedizinische Patientenuntersuchungen benötigt wird. Die neue Anlage kann jedoch auch zur Herstellung einer Reihe anderer medizinischer Isotope verwendet werden, darunter Jod-131 (I-131), Xenon-133 (Xe-133) und Lutetium-177 (Lu-177).

Weltweit gibt es nur wenige und zudem ältere Kernreaktoren, die in der Lage sind, Mo-99 durch Bestrahlung herzustellen. Fällt ein Reaktor aus, droht ein Versorgungsengpass. Shine wird deshalb eine innovative Technologie nutzen, die ohne Kernreaktoren auskommt. «Wir sind davon überzeugt, dass die Anlage von Shine Europe die Versorgungskette erheblich verbessern, potenzielle Engpässe bei verschiedenen spaltbaren Isotopen verringern und das medizinische Personal in die Lage versetzen wird, eine bessere Patientenversorgung zu gewährleisten», sagte Harrie Buurlage, Generaldirektor von Shine für Europa.

Quelle

B.G. nach Shine Medical Technologies, Medienmitteilung, 2. Februar 2022

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