Frankreich: EDF soll komplett verstaatlicht werden

Die französische Regierung plant die vollständige Verstaatlichung des nationalen Energieversorgers Électricité de France (EDF) zu zahlen und will dafür EUR 9,7 Mrd. investieren. Mit diesem Schritt soll das Unternehmen inmitten der Energiekrise gestärkt und das ehrgeizige Programm für den Neubau von Kernkraftwerken in Frankreich vorbereitet werden.

21. Juli 2022
Flamanville
EDF baut derzeit auch das Kernkraftwerk Flamanville-3 EPR, das von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen betroffen ist
Quelle: EDF/Alexis Morin

Der Staat hält bereits heute 84% an EDF und wird nach dem Sommer ein Übernahmeangebot zum Kauf der restlichen Aktien und Wandelschuldverschreibungen unterbreiten. Das Wirtschaftsministerium sagte, dass Minderheitsinvestoren ein Angebot von EUR 12 pro EDF-Aktie gemacht werde, was einem Aufschlag von 53% auf den Schlusskurs von EDF vor der Bekanntgabe der Verstaatlichung Anfang dieses Monats entspreche. Das Geschäfts beinhaltet auch ein Angebot, die 60% der Wandelanleihen aufzukaufen, die der Staat noch nicht hält. Die Regierung versucht angesichts der Sorgen um die Finanzen des Energieunternehmens, die Sicherheit der heimischen Energieversorgung zu erhöhen.

Antonio Totaro, Senior Director bei Fitch Ratings, sagte, die Verstaatlichung sei weitgehend eine gute Nachricht für EDF und die Anleihegläubiger des Unternehmens, da sie das Engagement des Staates signalisiere. «EDF hat ehrgeizige Entwicklungspläne in der Nuklearindustrie, sowohl in Frankreich als auch im Ausland – und diese Verstaatlichungsankündigung könnte parallel zu Macrons Zielen der nuklearen Renaissance gelesen werden.»

Quelle

S.D. nach NucNet, 20. Juli 2022

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