Frankreich: EDF strebt 70 Monate Bauzeit für EPR2-Reaktoren an

Der französische Energieversorger EDF arbeitet an der Verkürzung der Bauzeit künftiger EPR2-Reaktoren auf 70 Monate. Einbezogen werden Erfahrungen aus bisherigen Kernkraftwerksprojekten, die Zusammenarbeit mit chinesischen Fachleuten sowie optimierte Bau- und Montageverfahren. Das Ziel soll insbesondere beim dritten EPR2-Doppelblock am Standort Bugey erreicht werden.

2. Nov. 2026
Ansicht der drei Kernkraftwerksblöcke in Flamanville
Frankreich will aus den Erfahrungen beim Bau von Flamanville-3 lernen und die Bauzeit künftiger EPR2-Reaktoren auf 70 Monate senken.
Quelle: EDF

Électricité de France (EDF) hat in einem Webinar der Société Française d’Énergie Nucléaire (SFEN) die laufende Optimierung der Bauabläufe für die drei geplanten EPR2-Doppelblöcke an den Standorten Penly, Gravelines und Bugey erläutert. EDF will aus den Erfahrungen mit Flamanville-3 lernen, dessen Bau rund 17 Jahre dauerte. Beim dritten EPR2-Doppelblock in Bugey strebt EDF eine Bauzeit von 70 Monaten pro Reaktor an. Dazu hat eine Taskforce zusammen mit 35 Industriepartnern 29 Verbesserungsmöglichkeiten mit mehr als 200 Einzelmassnahmen identifiziert. Hinzu kommen zwölf übergeordnete Optimierungsprojekte, von denen fünf bereits abgeschlossen sind. Sie betreffen unter anderem die Arbeitsorganisation, die Baustellenlogistik, die Vorfertigung von Komponenten und die Montageabläufe.

Eine wichtige Rolle spielt der Erfahrungsaustausch mit China, wo Kernkraftwerke mit durchschnittlich 6,3 Jahren Bauzeit besonders rasch gebaut werden – der globale Schnitt liegt bei rund 9 bis 9,4 Jahren. Fachleute der China Nuclear Engineering Corporation (CNEC) waren an der Taskforce beteiligt und unterstützten EDF bei der Optimierung verschiedener Bauabläufe. Erkenntnisse aus dem britischen Kernkraftwerksprojekt Hinkley Point C fliessen ebenfalls ein, etwa die verstärkte Vorfertigung ganzer Gebäudemodule mit einem Gewicht von mehreren hundert Tonnen auf separaten Montageflächen oder in Fabriken.

Gemeinsam mit Framatome hat EDF zudem ein Konzept entwickelt, das die gleichzeitige Montage bestimmter Rohrleitungen des Sekundärkreislaufs in verschiedenen Gebäuden ermöglicht und die Montagezeit nach Unternehmensangaben halbiert. Dazu gehören konstruktive Anpassungen, die eine spätere Bearbeitung von Schweissnähten durch Roboter im Innern der Rohre erlauben, sowie der verstärkte Einsatz werkseitig gebogener Rohre, um die Zahl der Schweissnähte zu verringern. Für den ersten Block in Penly sind der erste Beton für 2029 und die Inbetriebnahme für 2036 bis 2038 vorgesehen.

Quelle

B.G. nach NucNet, 15. Oktober 2026, und SFEN-Webinar

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