Frankreich: Neuer Bericht zu radioökologischen Studien bei La Hague

Die Groupe Radioécologie Nord-Cotentin (GRNC) hat ihren zweiten Bericht über Leukämierisiken in der Region um die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague veröffentlicht.

30. Juli 2002

Die GRNC führt seit 1997 im Auftrag des Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN) radioökologische Studien rund um die Kernanlagen im Nord-Cotentin durch.
Die GRNC hatte in ihrem ersten Bericht im Jahr 1999 festgehalten, dass im untersuchten Gebiet um die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen den industriellen Aktivitäten und der Leukämiehäufigkeit festzustellen ist. Daraufhin wurde der GRNC von Seite der Behörde ein neuer Auftrag erteilt, der folgende Aspekte beinhaltete: Die GRNC solle die Sensitivität und Ungenauigkeit ihrer Analysen näher abklären. Im Weiteren soll sie ihre Arbeiten systematisch mit denjenigen der britischen Expertengruppe Comare (Committee on Medical Aspects of Radiation in the Environment) vergleichen. Schliesslich wurde die Gruppe beauftragt, unter Einbezug weiterer Fachleute die Gesundheitsfolgen der chemischen Abgaben aus den Kernanlagen im Norden der Halbinsel Cotentin näher zu untersuchen.
Nach neuesten Studien scheint es nach wie vor "sehr unwahrscheinlich", dass die erhöhte Häufigkeit der Leukämieerkrankungen unter jungen Leuten in der Region Nord-Cotentin auf die radioaktiven Emissionen der Kernanlagen in dieser Region zurückzuführen ist. Dies ist dem aktuellen Bericht der GRNC zu entnehmen. Ein Vergleich mit radioökologischen Studien aus Grossbritannien zeigt, dass dort mit ähnlichen Methoden die gleichen Resultate erarbeitet wurden. Die daraus gezogenen Schlüsse sind ebenfalls kohärent, obwohl die Zusammensetzung und Vorgehensweise der von den Behörden zur Prüfung der Fragen eingesetzten Instanzen sehr unterschiedlich sind. Den grössten Handlungsbedarf sieht die GRNC bei der Evaluation der Einflüsse von chemischen Emissionen. Hier sollte, nach Meinung der Autoren, ein Umwelt-Messprogramm initiiert werden, um eine Bewertung der Modelle zu ermöglichen, die zur Berechnung der Einflüsse von chemischen Emissionen gedient haben. Die Autoren betonen jedoch, dass die momentan errechneten Risikokoeffizienten der chemischen Abgaben sehr klein sind und weder für die Bevölkerung noch die Umwelt ein Grund zur Besorgnis bestehe. Ebenso konnte kein Zusammenhang zwischen den in den Kernanlagen verwendeten Chemikalien und dem beobachteten erhöhten Leukämievorkommen festgestellt werden.

Quelle

D.S. nach Bericht IRSN vom Juli 2002

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