Griechenland prüft Einstieg in die Kernenergie
Die griechische Regierung zeigt sich zunehmend offen für einen möglichen Einstieg in die Kernenergie. Ein hochrangiger Ministerausschuss soll der Regierung konkrete Empfehlungen zur potenziellen Rolle von kleinen, modularen Reaktoren (SMRs) in Griechenland vorlegen. Derweil sind bereits Studien zu schwimmenden Kernkraftwerken und möglichen Kernkraftwerksstandorten entstanden.

Premierminister Kyriakos Mitsotakis erklärte am 10. März 2026 beim zweiten Nuclear Energy Summit in Paris, Griechenland schlage auf dem Gebiet der Kernenergie ein neues Kapitel auf. Es sei an der Zeit, zu prüfen, ob Kernenergie und insbesondere SMRs eine Rolle im griechischen Energiesystem spielen könnten. Zugleich kündigte er einen hochrangigen Ministerausschuss an, der der Regierung konkrete Empfehlungen vorlegen soll. Unabhängig von einem späteren Bauentscheid wolle sich Griechenland zudem stärker an der europäischen Debatte über Kernenergie beteiligen. Seine Botschaft in Paris lautete entsprechend, Griechenland solle als Freund der Kernenergie betrachtet werden.
Das griechische Start-up Athlos Energy hat im Hinblick auf vertiefte Studien bereits eine erste landesweite Voruntersuchung potenzieller Kernkraftwerksstandorte in Griechenland abgeschlossen. Sie erfasste das gesamte Land und verglich die Eignung der möglichen Standorte für grosse Leichtwasserreaktoren, SMRs und Mikroreaktoren. Untersucht wurden unter anderem die Erdbebengefahr, die Nähe zu Verwerfungen, Hochwasser- und Erdrutschrisiken, die Topografie, die Verfügbarkeit von Land und Wasser sowie die bestehende Energie- und Netzinfrastruktur.
Der griechische Thinktank Deon Policy Institute hat zudem im März 2026 einen Bericht zu schwimmenden Kernkraftwerken in Griechenland veröffentlicht, an dem Athlos Energy, das American Bureau of Shipping (ABS) und Core Power beteiligt waren. Er basiert auf einem Workshop vom Oktober 2025 mit Vertretern von Behörden, Energieunternehmen, Werften, Finanzinstitutionen und Hochschulen. Das Deon Policy Institute dokumentierte die Ergebnisse und bewertete die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, technologischen, rechtlichen und ökologischen Voraussetzungen für schwimmende Kernkraftwerke.
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