Historischer Entscheid: Finnland erteilt Betriebsbewilligung für geologisches Tiefenlager Onkalo für ausgediente Brennelemente

Die finnische Regierung hat der Entsorgungsorganisation Posiva am 22. Oktober 2026 die Betriebsbewilligung für das geologische Tiefenlager Onkalo und die zugehörige Verpackungsanlage erteilt. Damit erhält weltweit erstmals ein geologisches Tiefenlager für ausgediente Kernbrennstoffe eine Betriebsbewilligung.

23. Okt. 2026
Einblick in die Stollen und Kavernen unter Tage.
Im finnischen Tiefenlager Onkalo werden ausgediente Brennelemente künftig in rund 400 Metern Tiefe im granitischen Grundgestein endgelagert.
Quelle: Posiva

Die Betriebsbewilligung gilt bis Ende 2070 und umfasst das Verpacken und Endlagern von rund 6500 Tonnen Uran in Form ausgedienter Brennelemente aus den finnischen Kernkraftwerken Olkiluoto und Loviisa. Diese Menge entspricht rund 3300 Endlagerbehältern. Die ausgedienten Brennelemente werden in der oberirdischen Verpackungsanlage auf der Halbinsel Olkiluoto in Endlagerbehälter verpackt. Anschliessend werden diese im mehr als 400 Meter tief gelegenen geologischen Tiefenlager Onkalo endgelagert. Die Einlagerung der Endlagerbehälter soll bis in die 2120er-Jahre dauern.

Grundlage des historischen Entscheids ist die positive Sicherheitsbewertung der finnischen Strahlenschutz- und Nuklearsicherheitsbehörde (Stuk) vom 4. August 2026. Nach mehr als 40 Jahren Forschungs-, Entwicklungs- und Vorbereitungsarbeiten steht Finnland damit vor der Aufnahme der weltweit ersten industriellen Endlagerung ausgedienter Kernbrennstoffe.

Verantwortung gegenüber künftigen Generationen

Mit Onkalo schafft Finnland eine konkrete Lösung für eine der wesentlichen Herausforderungen der Kernenergie: die sichere und dauerhafte Entsorgung ausgedienter Kernbrennstoffe. Ziel ist es, diese Verantwortung bereits heute wahrzunehmen, statt die Lösung der Entsorgungsfrage künftigen Generationen zu überlassen. «Es liegt in unserer generationenübergreifenden Verantwortung, die sichere und verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie vom Bau der Anlagen bis zur Endlagerung ausgedienter Brennstoffe zu gewährleisten», erklärte die finnische Klima- und Umweltministerin Sari Multala.

Beginn der Einlagerung noch offen

Die Betriebsbewilligung bedeutet allerdings noch nicht, dass die Einlagerung unmittelbar beginnen kann. Posiva muss zunächst die verbleibenden Inbetriebnahmetests und Inspektionen abschliessen. Anschliessend muss Stuk die Betriebsbereitschaft bestätigen. Einen konkreten Termin für den Beginn der Einlagerung nennt Posiva derzeit nicht. «Wie wir von Anfang an betont haben, kommt nur eine sichere Endlagerung infrage. Deshalb nehmen wir uns auch für den sorgfältigen Abschluss der letzten Arbeiten die nötige Zeit», erklärte Posiva-CEO Ilkka Poikolainen.

Quelle

B.G. nach finnischem Ministry of Economic Affairs and Employment, Medienmitteilung, und Posiva, Medienmitteilung, beide vom 22. Oktober 2026.

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