Japan: Nuklearaufsichtsbehörde genehmigt Einleitung von Fukushima-Wasser

Die japanische Nuclear Regulation Authority (NRA) hat den Plan von Tokyo Electric Power Company (Tepco) zum Einleiten von behandeltem Wasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ins Meer genehmigt.

28. Juli 2022
Vorbereitungsarbeiten zur Einleitung ins Meer
Tepco, die Betreiberin des japanischen Kernkraftwerks Fukushima-Daichii, hat von der Nuklearaufsichtsbehörde die grundsätzliche Genehmigung für das Einleiten von behandeltem und verdünnten Wasser ins Meer erhalten. Im Bild Vorbereitungsarbeiten für die Installation der Einleitungsanlagen.
Quelle: Tepco

Am 22. Juli 2022 gab die japanische Regierung bekannt, dass die NRA den Plan der Kernkraftwerksbetreiberin Tepco zum kontrollierten Einleiten von behandeltem Wasser aus dem Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi ins Meer genehmigt hat. Dass eine solche Einleitung beabsichtigt wird, hat die Regierung im April 2021 kundgetan. Im Dezember 2021 reichte Tepco dann den Genehmigungsantrag für das Grunddesign der benötigten Verdünnungs- und Einleitungsanlagen sowie den Einleitungsvorgang bei der NRA ein. Mit der Einleitung des behandelten Wassers dürfe Tepco aber erst dann beginnen, wenn die installierten Einleitungsanlagen durch sie überprüft worden seien, so die NRA.

Nach dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi– infolge eines Erdbebens und Tsunamis – im Jahr 2011 haben sich auf dem Kraftwerksgelände etwas über 1,3 Mio. Kubikmeter Wasser angesammelt, das in Tanks gelagert wird. Die Tanks sind zu 96% voll und werden noch vor Ende Jahr (2022) ihre Kapazitätsgrenze erreichen. Deshalb braucht es eine sichere Entsorgungslösung. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) überwacht die Vorbereitungen und die Einleitung. Gemäss Ministry of Economy, Trade and Industry (Meti) hat die IAEO bestätigt, dass die Entsorgungsmethode «auf einer soliden wissenschaftlichen und technischen Analysegrundlage» basiert.

Gesetzliche Sicherheitsbestimmungen werden eingehalten
Der grösste Teil des Wassers in den Tanks wurde bereits mit Hilfe einer Multinuklid-Entfernungsanlage (Advanced Liquid Processing System, Alps) behandelt. Dadurch konnten die meisten radioaktiven Stoffe, mit Ausnahme von Tritium, entfernt werden. Da Alps zu Beginn ihrer Inbetriebnahme noch optimiert werden musste, soll eine grosse Menge des Wassers vor dem Einleiten nochmals behandelt werden, so dass die Grenzwerte unterschritten werden. «Ausserdem ist geplant, dass das mit Alps aufbereitete Wasser vor der Einleitung ausreichend verdünnt wird, so dass alle radioaktiven Stoffe, einschliesslich Tritium, weit unter den behördlichen Sicherheitsnormen liegen», so die NRA. Die Einleitung soll über einen Zeitraum von 30 Jahren erfolgen.

Die IAEO überprüft unabhängig, dass die internationalen Sicherheitsstandards beim Einleiten des behandelten und verdünnten Wassers eingehalten werden. Gemäss einer IAEO-Website mit FAQs zur Einleitung weist das Wasser in den Lagertanks derart niedrige Konzentrationen an radioaktivem Tritium auf, dass sich dieses nicht aus dem Wasser entfernen lässt. Das Meti hat sich zu der sehr geringen zusätzlichen Strahlenbelastung geäussert, die durch das Einleiten für Menschen entsteht. Sie betrage 1/100'000 der jährlichen Strahlenbelastung aus natürlichen Quellen, der jeder Mensch in Japan ausgesetzt sei.

Quelle

B.G. nach NRA und Tepco, Medienmitteilungen, 22. Juli 2022, sowie IAEO-Website und Meti-Website

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