Microsoft und Nvidia wollen Kernenergie-Entwicklung mit KI beschleunigen
Microsoft und Nvidia wollen mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) den Ausbau der Kernenergie beschleunigen und effizienter gestalten. Im Fokus stehen insbesondere die Auslegungsphase und Genehmigungsverfahren.

Die beiden Technologiekonzerne Microsoft und Nvidia haben eine Partnerschaft angekündigt, um KI entlang des gesamten Lebenszyklus von Kernkraftwerken einzusetzen. Ziel ist es, Engpässe zu beseitigen, die Projekte verlangsamen – insbesondere in der Phase der Auslegung und bei regulatorischen Prüfprozessen. Zum Einsatz kommen unter anderem generative KI, digitale Zwillinge sowie Simulationsplattformen. Damit sollen Planungs- und Engineeringprozesse optimiert, Genehmigungsunterlagen automatisiert erstellt und Bauabläufe virtuell vorab modelliert werden. Auch im Betrieb sehen die Unternehmen Potenzial, etwa bei der vorausschauenden Wartung und der Erkennung von Anomalien.
Ein zentrales Problem sind laut Microsoft die aufwendigen Genehmigungsverfahren. Diese können Jahre dauern, hohe Kosten verursachen und erfordern die Bearbeitung umfangreicher Dokumentationen. Ingenieure verbringen dabei viel Zeit mit der Erstellung, Prüfung und Überarbeitung grosser Datenmengen. KI soll helfen, solche Prozesse zu standardisieren, Inkonsistenzen schneller zu erkennen und die Abläufe insgesamt effizienter zu machen. Ziel ist es, stärker auf wiederholbare und referenzbasierte Ansätze zu setzen, ohne regulatorische Anforderungen zu vernachlässigen.
Erste Anwendungen zeigen laut Microsoft bereits Wirkung: So konnten bei einem amerikanischen Unternehmen die Dauer des Lizenzierungsprozesses deutlich verkürzt und Kosten eingespart werden. Weitere Organisationen setzen KI zur Unterstützung von Engineering-, Lizenzierungs- und Dokumentationsprozessen ein. Hintergrund der Initiative ist der weltweit steigende Strombedarf, insbesondere durch KI-Anwendungen und Rechenzentren. Die Partnerschaft soll dazu beitragen, den Ausbau der Kernenergie zu beschleunigen und die Umsetzung neuer Projekte zu erleichtern.
Quelle
M.R. nach NucNet, 25. März 2026
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