Polen: aktualisiertes Kernenergieprogramm untermauert die Bedeutung von Kernkraftwerken
In Polen hat die Regierung am 12. Juni 2026 das aktualisierte Kernenergieprogramm (PPEJ) 2026 vorgestellt. Das strategische Ziel bleibt der Bau von zwei Kernkraftwerken mit einer Leistung von insgesamt bis zu 9 GWe. Zum zweiten geplanten Kernkraftwerk gab es Neuigkeiten.

Polen hat sein aktualisiertes Kernenergieprogramm (PPEJ) 2026 vorgestellt. Es berücksichtigt die Veränderungen im europäischen Energiemarkt infolge der Energiekrise und des Ukrainekriegs sowie den wachsenden Bedarf der Industrie an emissionsarmer Energie. «Das strategische Ziel bleibt unverändert – der Bau von zwei Kernkraftwerken mit insgesamt bis zu 9 GWe neuer Kapazität, die die Energiesicherheit des Landes und die Transformation des Energiesektors unterstützen sowie die Voraussetzungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung schaffen werden», schrieb das Energieministerium und hob die Bedeutung der Kernenergie hervor.
Die Kernenergie ermögliche eine verringerte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie den Ersatz stillgelegter Kohlekraftwerke und trage zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes gegenüber Krisen und Marktstörungen bei. «Kernkraftwerke gewährleisten eine wetterunabhängige Energieerzeugung und unterstützen damit den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Stabilität des nationalen Stromnetzes», so das Ministerium.
Einzelheiten zu den beiden geplanten Kernkraftwerken
Das erste Kernkraftwerk Polens in Lubiatowo-Kopalino (Bezeichnung EJ1) ist laut Energieministerium von der Planungs- in die Umsetzungsphase übergegangen. Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs des ersten Blocks sei für 2036 geplant, die volle Leistung erreiche das Kraftwerk bis 2038.
Parallel dazu liefen auch die Arbeiten für das zweite Kernkraftwerk (EJ2) mit grossen wassergekühlten Reaktoren der Generation III+. Im Jahr 2027 stehe die Auswahl des strategischen Partners und der Technologie an. Anbieter gebe es aus den USA, Frankreich und Kanada. «Ziel ist die Auswahl eines umfassenden Angebots, das sowohl die Technologie als auch die Finanzierung des Projekts zu den bestmöglichen Konditionen umfasst», schrieb das Energieministerium, das Bełchatów und Konin weiterhin als bevorzugte Standorte nannte. «Die endgültige Standortwahl wird vom Investor nach detaillierten Analysen und Standortuntersuchungen getroffen.» Gemäss Presse soll die Standortwahl 2028 erfolgen. Der geplante Baubeginn ist laut Ministerium ca. 2032 und der erste Kernkraftwerksblock könnte ca. 2040 in Betrieb genommen werden.
Damit die Kernenergie in Polen über Jahrzehnte hinweg zur Energiesicherheit beitragen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unterstützen könne, enthalte das PPEJ Massnahmen, die nicht nur den Bau von Kraftwerken betreffen, sondern auch die Entwicklung von Fachkräften, der nationalen Lieferkette, der Übertragungsinfrastruktur, des nuklearen Aufsichtssystems und des institutionellen Umfelds. Zudem sehe das Programm «eine systematische Steigerung des Anteils einheimischer Unternehmen an der Umsetzung von Nuklearinvestitionen vor», so das Ministerium.
Quelle
B.G. nach polnischem Energieministerium, Medienmitteilung, 12. Juni 2026
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