Polen: Antrag auf Baubewilligung für erstes Kernkraftwerk eingereicht
Das staatlich-polnische Projektunternehmen Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ) hat bei der polnischen Atomenergiebehörde Państwowa Agencja Atomistyki (PAA) einen Antrag auf Baubewilligung eingereicht. Diese betrifft das erste Kernkraftwerk Polens am Standort Lubiatowo-Kopalino an der Ostseeküste.

Mit dem Einreichen des Antrags auf Baubewilligung beim Präsidenten der polnischen Atomenergiebehörde Państwowa Agencja Atomistyki (PAA) hat das staatlich-polnische Projektunternehmen Polskie Elektrownie Jądrowe (PEJ) am 31. März 2026 einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Kernkraftwerk soll am Standort Lubiatowo-Kopalino in der Gemeinde Choczewo (Woiwodschaft Pommern) mit drei AP1000-Druckwassereinheiten von Westinghouse gebaut werden. Die mit dem Antrag eingereichte Dokumentation umfasst gemäss PEJ mehr als 40’000 Seiten und wurde von über 200 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen wie nukleare Sicherheit und Strahlenschutz erstellt.
Zu den Unterlagen gehören der vorläufige Sicherheitsanalysebericht (Preliminary Safety Analysis Report, PSAR), der eine detaillierte Beschreibung der Auslegung des Kernkraftwerks sowie des Projektstandorts enthält. Er soll belegen, dass die geplante Anlage alle Anforderungen hinsichtlich nuklearer Sicherheit, physischem Schutz, Strahlenschutz und Nichtverbreitung (Safeguards) erfüllt. Der Antrag umfasst ebenfalls ein Qualitätssicherungsprogramm, Vorgaben zum physischen Schutz, Angaben zum radiologischen Notfallmanagement sowie organisatorische Nachweise zu den technischen und personellen Fähigkeiten des Projektträgers. Der Präsident der PAA entscheidet innerhalb von 24 Monaten nach Eingang des Antrags über die Baubewilligung, wobei die Zeit für allfällige Nachforderungen nicht mitgerechnet wird.
Zusätzlich zum Gesuch zum Bau der Nuklearanlage bei der PAA muss PEJ ein separates Baugesuch nach allgemeinem Baurecht bei der Woiwodschaft Pommern stellen, was für 2027 vorgesehen ist. Der für das vierte Quartal 2028 geplante Baustart kann erst erfolgen, wenn beide Genehmigungen vorliegen. Der Bau jedes der drei AP1000-Einheiten wird etwa sieben Jahre dauern. Darauf folgt eine etwa einjährige Test- und Inbetriebnahmephase. Die erste Einheit wird 2036 den kommerziellen Betrieb aufnehmen, die zweite 2037 und die dritte 2038.
Quelle
B.G. nach PEJ, Medienmitteilung, 31. März 2026
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