Polen: Differenzvertrag für 14 kleine, modulare Reaktoren beantragt
Die polnische OSGE hat beim polnischen Energieministerium den Antrag für einen Differenzvertrag (Contract for difference, CfD) für 14 kleine, modulare Reaktoren (SMRs) gestellt. Sie gehören zur ersten Phase einer polnischen SMR-Offensive und sollen an drei Standorten errichtet werden.

Das polnische Projektentwicklungsunternehmen Orlen Synthos Green Energy (OSGE) hat den polnischen Energieminister gebeten, die Arbeiten an einem staatlichen Förderprogramm für den Bau einer SMR-Flotte des Typs BWRX-300 von GE Vernova Hitachi Nuclear Energy (GVH) einzuleiten. Konkret beantragt OSGE einen Differenzvertrag (Contract for difference, CfD) für 14 SMRs an den drei Standorten Włocławek in Zentralpolen, Stawy Monowskie im Süden und Stalowa Wola im Südosten des Landes. Die Fertigstellung des ersten SMR in Włocławek wird für 2032 erwartet.
Die OSGE-Pläne umfassen den Bau von insgesamt 26 BWRX-300 in Polen. «Dank Skaleneffekten, Standardisierung und Modularisierung werden wir die Stückkosten senken und dadurch ein kostengünstiges Stromerzeugungsmodell sowohl für Privatkunden als auch für Industriekunden schaffen», erklärte der OSGE-Geschäftsführer Rafał Kasprów und ergänzte: «Gleichzeitig wird die Genehmigung des Differenzvertrags ein bedeutender Schritt zum Aufbau einer robusten SMR-Lieferkette in Polen sein.» Laut OSGE wird die polnische Regierung die Europäische Kommission über die Pläne der staatlichen Fördermassnahmen für die SMR-Flotte informieren. Die Kommission hatte bereits Ende 2025 ein Förderpaket, das einen zweiseitigen Differenzvertrag beinhaltet, für das erste Kernkraftwerk Polens in Lubiatowo-Kopalino mit drei AP1000-Reaktoren von Westinghouse genehmigt.
Ein Differenzvertrag ist ein Fördermechanismus, bei dem ein vorab festgelegter Ausübungspreis (strike price) mit dem Marktpreis für Strom verglichen wird. Liegt der Marktpreis unter dem Ausübungspreis, erhält der Projektträger eine Ausgleichszahlung. Liegt der Marktpreis über dem Ausübungspreis, zahlt der Projektträger die Differenz an den Staat zurück. Der Mechanismus stabilisiert die Einnahmen des Projektträgers und begrenzt zugleich das Risiko übermässig hoher Kosten für die Verbraucher.
Quelle
B.G. nach NucNet, 1. Juli 2026
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