Südkorea gibt zwei Standorte für neue Kernkraftwerke bekannt
Südkorea plant den Bau von zwei weiteren grossen Druckwasserreaktoreinheiten des Typs APR-1400 sowie von einem Kraftwerk aus mehreren kleinen, modularen Reaktoren (SMRs) des Typs i-SMR. KPNH hat dafür einen Standort im Landkreis Yeongdeok im Osten des Landes und einen weiteren im Landkreis Gijang im Südosten ausgewählt, die nun weiter geprüft werden.

Das staatliche Kernenergieunternehmen Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) hat für die beiden neuen grossen Kernkraftwerkseinheiten aus dem 11. Basisplan für Stromangebot und -nachfrage einen Standort im Landkreis Yeongdeok im Osten des Landes für die weitere Planung ausgewählt. Nach Angaben der Provinzregierung Gyeongsangbuk-do sollen dort zwei Druckwassereinheiten des südkoreanischen Typs APR-1400 mit einer Leistung von jeweils 1400 MW entstehen. Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist für 2037 bzw. 2038 vorgesehen. Die Provinzregierung erhoffe sich von der Ansiedlung neue Impulse für die Wirtschaft, die aufgrund von massiven Schäden durch Waldbrände stagniere. Zudem bedauere man, dass kein Standort in Gyeongsangbuk-do für das SMR-Projekt ausgewählt worden sei. Strom und Wasserstoff aus SMRs seien für die Umstellung der regionalen Stahlindustrie auf die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung unerlässlich.
Der zweite ausgewählte Standort liegt im südöstlichen Landkreis Gijang, der zur Metropole Busan gehört. Dort soll Südkoreas erstes SMR-Kernkraftwerk entstehen und 2035 fertiggestellt werden. Für die Anlage ist eine Leistung von rund 700 MW vorgesehen. Dies entspricht der Standardkonfiguration des i-SMR mit vier Druckwasserreaktormodulen von jeweils 170 MW und einer Gesamtleistung von 680 MW. Der i-SMR wird von einem Konsortium unter der Leitung von KHNP und dem Korea Atomic Energy Research Institute (Kaeri) entwickelt. Ende Februar 2026 wurde bei der südkoreanischen Aufsichtsbehörde die Genehmigung der Standardauslegung beantragt.
Nach Angaben von KHNP wurden die Standorte für die beiden APR-1400 und das i-SMR-Kernkraftwerk nach einer Prüfung der Standorteignung, der Umweltauswirkungen, der baulichen Machbarkeit und der Akzeptanz in der Bevölkerung ausgewählt.
Quelle
B.G. nach NucNet, 19. Juni 2026