Tschechien: Vorbereitungsarbeiten an zwei weiteren Standorten für kleine Reaktoren

Tschechien will mit Tušimice und Dětmarovice Vorbereitungsarbeiten an zwei weiteren Standorten für den Bau von kleinen, modularen Reaktoren (SMRs) durchführen. Dazu wurde mit Rolls-Royce SMR ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Der erste SMR Tschechiens wird ebenfalls von Rolls-Royce SMR stammen und ist am bestehenden Kernkraftwerksstandort Temelín vorgesehen.

3. Aug. 2026
Gruppenfoto der Unterzeichnung
Von links nach rechts: Tomáš Pleskač, Vorstandsmitglied von ČEZ, Karel Havlíček, der erste stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel, sowie Chris Cholerton, CEO von Rolls-Royce SMR.
Quelle: Rolls-Royce SMR via LinkedIn

Der erste SMR Tschechiens wird von Rolls-Royce SMR kommen und soll in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre neben dem bestehenden Kernkraftwerk Temelín errichtet werden. Nun haben Rolls-Royce SMR, der tschechische Energiekonzern ČEZ und das tschechische Ministerium für Industrie und Handel eine Absichtserklärung in Form eines Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Diese Vereinbarung soll Vorbereitungsarbeiten für SMRs an den beiden weiteren Standorten Tušimice (im Nordwesten Tschechiens, rund 35 Kilometer Luftlinie von der deutschen Stadt Chemnitz entfernt) und Dětmarovice (im Osten Tschechiens) ermöglichen.

Die Vereinbarung baut auf der bisherigen Zusammenarbeit mit ČEZ auf und bringt laut Rolls-Royce SMR den geplanten Flotteneinsatz in einem der wichtigsten europäischen SMR-Märkte einen weiteren Schritt voran. Der Reaktorentwickler möchte in Tschechien mindestens sechs SMR errichten und damit die Grundlage für 3 GW an sauberem und zuverlässig produziertem Strom schaffen.

Der erste stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Industrie und Handel, Karel Havlíček, sagte: «Die Kernenergie ist eine tragende Säule für eine stabile und sichere Energiezukunft der Tschechischen Republik, und kleine modulare Reaktoren werden ein wichtiger Teil davon sein. […] Gleichzeitig bietet das Vorhaben der tschechischen Industrie eine technologische Chance mit weltweiter Reichweite. Ohne eine ausreichende Versorgung mit eigenen, zuverlässigen Energiequellen ist es unmöglich, die langfristige Energiesicherheit und wirtschaftliche Stabilität des Landes zu gewährleisten.»

Quelle

B.G. nach NucNet, 21. Juli 2026

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