Schweiz: 120 Fachfrauen aus Europa zu Gast in Baden
Mehr als 120 Teilnehmende aus 25 Ländern und 17 europäischen Women-in-Nuclear-Chapters sind vom 21. bis 23. September 2026 in Baden zum zweiten WiN Europe Regional Event zusammengekommen. Organisiert wurde der dreitägige internationale Fachanlass von WiN Schweiz, einer Sektion des Nuklearforums Schweiz.

Unter dem Motto «One Network. One Nuclear Future.» brachte der Anlass Fachfrauen des europäischen Nuklearsektors zusammen: aus Kernkraftwerken und Industrie, Forschung und Wissenschaft, Behörden, internationalen Organisationen und Verbänden. Das Nuklearforum Schweiz unterstützte seine Sektion als Hauptpartner bei der Durchführung des bisher grössten WiN-Anlasses in der Schweiz.
Von der europäischen Energieversorgung bis zu neuen Reaktoren
Den Schweizer Auftakt am ersten Konferenztag machte Nadia Bohli, Leiterin Kommunikation des Bundesamts für Energie (BFE). Auch internationale Organisationen waren vertreten: William D. Magwood IV, Generaldirektor der OECD Nuclear Energy Agency (NEA), wurde live nach Baden zugeschaltet, während Rafael Mariano Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), die Teilnehmenden per Videobotschaft begrüsste.
Weitere Beiträge beleuchteten die globale, europäische und schweizerische Perspektive auf die künftige Energieversorgung. Beispiele aus den Niederlanden, Bulgarien und Finnland zeigten unterschiedliche Entwicklungen der Kernenergie in Europa. Thematisiert wurden unter anderem Neubauprojekte, kleine, modulare Reaktoren (SMRs), Reaktorsicherheit, industrielle Lieferketten und regulatorische Rahmenbedingungen. Eine Podiumsdiskussion widmete sich zudem der Kommunikation und dem Dialog mit der Bevölkerung bei Nuklearprojekten.
Erfahrungen über Ländergrenzen hinweg teilen
Am zweiten Tag standen die Zusammenarbeit innerhalb des europäischen WiN-Netzwerks und deren Optimierung im Mittelpunkt. In Workshops tauschten sich die nationalen Chapters unter anderem über Wissenstransfer, Regulierung, Fachkräftemobilität, Nuklearkommunikation, Mentoring und Nachwuchsförderung aus.
Dabei trafen Fachfrauen aus Ländern mit langjähriger Betriebserfahrung auf Kolleginnen aus Staaten mit Neubauplänen oder neuen nuklearen Ambitionen. Erfahrungen aus Betrieb, Regulierung, Sicherheitskultur, Kommunikation und Ausbildung konnten so unmittelbar über Ländergrenzen hinweg ausgetauscht werden.
Die Schweizer Nukleartechnik aus nächster Nähe
Am dritten Tag ging es vom Konferenzsaal in die Praxis. Fünf technische Exkursionen führten die internationalen Gäste zu den Kernkraftwerken Beznau und Gösgen, ins Hotlabor des Paul Scherrer Instituts, zum Zentralen Zwischenlager Zwilag sowie ins Felslabor Mont Terri und ins Bohrkernarchiv der Nagra. Die Besuche boten einen direkten Einblick in zentrale Bereiche der Schweizer Nukleartechnik.
Quelle
E.B., 2. Oktober 2026
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